„Weich heißt nicht labberig. Achten Sie auf die Belastungsempfehlung in Kilogramm, sie verrät über das spätere Liegegefühl mehr als jede Härtegrad-Angabe auf dem Etikett.“
Wie weich H1 und H2 wirklich sind
H1 gilt als sehr weich und ist für Menschen bis etwa 60 kg gedacht, H2 als weich und deckt grob 60 bis 80 kg ab. Die Modelle im Härtegrad 2 haben einen eigenen H2-Vergleich. Genormt ist davon nichts. Jeder Hersteller definiert seine Skala selbst, weshalb eine H2 der einen Marke deutlich fester liegen kann als eine H3 der anderen. Verlässlicher als das Etikett ist die Gewichtsempfehlung des Herstellers. Steht dort „bis 65 kg“, ist das Modell für 85 kg zu weich, ganz gleich welcher Buchstabe daneben steht. Wenn Sie unsicher sind, ob weich für Sie überhaupt das Richtige ist, hilft unser Ratgeber harte oder weiche Matratze weiter, und die Gegenseite finden Sie im Vergleich der harten Matratzen.
Die weiche Schulterzone entscheidet mit
Eine Matratze mit weicher Schulterzone hat im oberen Drittel eine gezielt nachgiebigere Zone, in die die Schulter in Seitenlage einsinken kann. Fehlt sie, drückt die Schulter nach oben, der Nacken knickt ab und die Wirbelsäule verliert ihre Linie. Sieben-Zonen-Kerne aus Kaltschaum oder Latex lösen das über Einschnitte und unterschiedliche Rohdichten, Taschenfederkerne über weichere Federn im Schulterbereich. Wer breite Schultern hat, sollte die Zonierung höher gewichten als den Härtegrad. Eine gute weiche Matratze erkennen Sie daran, dass beides zusammenkommt, eine nachgiebige Oberfläche und ein Kern, der das Becken oben hält.
Weiche Matratzen für Seitenschläfer
Seitenschläfer brauchen zwei Dinge gleichzeitig, tiefes Einsinken an Schulter und Hüfte und eine stabile Stütze dazwischen. Reine Schaumkerne ohne Zonierung liefern nur das Erste, deshalb liegen Hybridmodelle mit Taschenfederkern und weicher Komfortschicht in dieser Gruppe vorn. Kommen Rückenschmerzen dazu, lohnt der Blick in unseren Vergleich für Seitenschläfer und zu den orthopädischen Matratzen.
Wenn es sehr weich sein soll
Echte H1-Matratzen sind selten, und das hat einen Grund. Ein sehr weicher Kern verliert schneller an Form, sobald dauerhaft mehr als rund 60 kg darauf liegen. Wer extra weich liegen möchte, fährt deshalb meist besser mit einer H2 plus einem weichen Topper von 5 bis 8 cm Höhe. Diese Kombination lässt sich später korrigieren, indem Sie den Topper tauschen statt der ganzen Matratze. Welche Auflagen eine zu feste Matratze am besten ausgleichen, vergleichen wir im Topper-Vergleich für harte Matratzen. Fällt die weiche Matratze irgendwann zu weich aus, hilft umgekehrt ein fester Topper, siehe Topper für weiche Matratzen. Und sie hält länger, weil der tragende Kern fester bleibt.
Material und Aufbauhöhe
Kaltschaum ist der günstigste Weg zu einem weichen Liegegefühl und trocknet schnell wieder ab. Viskoschaum sinkt am tiefsten ein, wärmt dabei aber, was Wärmeschläfern selten gefällt. Naturlatex federt weich zurück, wiegt deutlich mehr und kostet ab etwa 900 €. Unter 18 cm Kernhöhe wird es für schwerere Menschen eng, weil der Kern durchsackt, und alles über 25 cm braucht Spannbettlaken mit hohem Steg. Eine Übersicht über alle Bauarten und Preisklassen gibt der große Matratzen-Vergleich, mittelfeste Alternativen stehen im H3-Vergleich. Für die Pflege bettlägeriger Menschen gelten eigene Kriterien, die der Vergleich der Dekubitus-Matratzen erklärt.