„Kaufen Sie die Matratze, deren Bezug Sie tatsächlich zweimal im Jahr abziehen und bei 60 Grad waschen werden. Ein Kern, der Milben angeblich abwehrt, ersetzt diese Wäsche nicht.“
Am Bezug hängt fast alles
Milben leben von Hautschuppen und brauchen Feuchtigkeit, beides gelangt jede Nacht in die oberste Schicht der Matratze. Entfernen lässt sich das nur mit Wäsche, und dafür braucht es zwei Dinge, einen komplett abnehmbaren Bezug und ein Pflegeetikett, das 60 Grad erlaubt. Der Allergieinformationsdienst nennt eine Stunde bei über 60 Grad als die Wäsche, bei der Milben absterben. 40 Grad reinigen den Stoff, die Tiere überleben.
Praktisch wird das erst mit einem vierseitigen Reißverschluss, der den Bezug in zwei Hälften teilt. Die passen einzeln in eine haushaltsübliche Waschmaschine, während ein kompletter Bezug ab 140 cm Breite in einer 6-kg-Trommel nur herumliegt. Prüfen Sie außerdem die Trocknereignung, denn ein Bezug, der zwei Tage feucht über dem Wäscheständer hängt, arbeitet gegen Sie.
Kaltschaum, Latex oder Federkern
Dichter Kaltschaum und Naturlatex haben kaum Hohlräume, in denen sich Staub sammelt, und sind deshalb die pragmatische Wahl bei einer Hausstauballergie. Im Federkern zirkuliert Luft, was Feuchtigkeit abführt, gleichzeitig aber mehr Volumen bietet, in dem sich Staub verteilt. Den Ausschlag gibt trotzdem der Bezug, weil Milben in den oberen Zentimetern sitzen und nicht im Federkern. Mehr Modelle stehen im Latexmatratzen-Vergleich und im Kaltschaummatratzen-Vergleich.
Ein Punkt geht dabei oft unter, nämlich die Naturfasern im Bezug. Der Allergieinformationsdienst rät bei Hausstaubmilbenallergie von Materialien tierischer Herkunft ab, also von Schurwoll-Versteppungen und Kamelhaar-Bezügen, die viele Hersteller als Klima-Variante anbieten. Bei chemischer Empfindlichkeit dreht sich das Bild, dann sind Naturlatex und Bio-Baumwolle mit einer Emissionsprüfung durch das eco-INSTITUT die ruhigere Wahl. Die schadstoffgeprüften Naturmodelle stehen im Naturmatratzen-Vergleich. Was die einzelnen Zeichen prüfen, steht in unserer Siegel-Übersicht.
Brauchen Sie zusätzlich ein Encasing?
Ein Encasing ist ein milbendichter Zwischenbezug, der die Matratze komplett umhüllt. Die Qualitätskriterien der Allergieverbände nennen dafür eine Porengröße von 0,5 Mikrometern und Wasserdampfdurchlässigkeit, damit Allergene draußen bleiben und Feuchtigkeit heraus kann. Nötig ist er, wenn der Matratzenbezug keine 60 Grad verträgt oder gar nicht abnehmbar ist. Der Allergieinformationsdienst weist darauf hin, dass die Studienlage zur Wirksamkeit uneinheitlich ist und fundierte Belege bislang fehlen. Wer ein Encasing einsetzt, wäscht es alle acht bis zwölf Wochen bei 60 Grad mit und bezieht Kissen und Bettdecke ein, wofür es passende Allergiker-Kopfkissen gibt.
Was die Krankenkasse übernimmt
Die Matratze selbst zahlt keine gesetzliche Kasse, sie gilt als Gegenstand des allgemeinen Lebensbedarfs. Bei diagnostizierter Hausstaubmilbenallergie kann der Hausarzt dagegen Encasings verordnen, die Techniker Krankenkasse beschreibt genau diesen Weg. Wie viel erstattet wird, regelt jede Kasse selbst, üblich sind Zuschüsse pro Bezug oder pro Set gegen Vorlage von Verordnung und Kostenvoranschlag. Fragen Sie vor dem Kauf nach, nicht danach.
Zum Bett gehört das Zimmer. 18 bis 20 Grad Raumtemperatur und eine relative Luftfeuchte unter 50 Prozent nehmen Milben die Lebensgrundlage, und ein Lattenrost mit Luft unter der Matratze bringt mehr als jedes Milbenspray. Wie sich die Modelle abseits der Allergiefrage schlagen, zeigen die Matratzen-Bestenliste und der Vergleich der Matratzen für Seitenschläfer.