„Ein Kaltschaum-Topper verbessert eine Matratze, die noch trägt. Eine durchgelegene Kuhle gleicht er nicht aus, ganz gleich, wie dick er ist.“
Kaltschaum oder Komfortschaum
Beide Kerne bestehen aus Polyurethan, und der Handel benutzt die beiden Namen fast beliebig. Technisch trennt sie die Rezeptur. Für Kaltschaum, im Datenblatt oft als HR-Schaum geführt, werden hochreaktive Polyole eingesetzt, die den Schaum ohne beheizte Form aufgehen lassen, daher der Name. Seine Poren sind zunächst geschlossen und unregelmäßig geformt, was ihn punktelastisch macht. Luftdurchlässig wird er erst durch das sogenannte Crushing, bei dem die Porenwände nach dem Schäumen aufgebrochen werden; danach leitet er Feuchtigkeit gut ab und liegt spürbar trockener als Viscoschaum. Komfortschaum entsteht im klassischen Heißverfahren und gibt flächiger nach.
Der Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK) hat für Kaltschaum eine Definition mit Messwerten aufgestellt: mindestens 50 Prozent Rückprallelastizität nach DIN EN ISO 8307, ein SAG-Faktor von mindestens 2,5 nach DIN EN ISO 2439 und eine Hysterese zwischen 15 und 20 Prozent. Als Untergrenze für hochwertige Kerne nennt er rund 40 kg/m³ Raumgewicht. Für Komfortschaum gibt es keine vergleichbare Definition. Schlechter ist er deshalb nicht automatisch, auch Komfortschaum wird mit 40 kg/m³ verkauft. Sie kaufen dort nur auf das Datenblatt des Herstellers statt auf einen geschützten Begriff.
Raumgewicht und Härte
Das Raumgewicht sagt, wie viel Material in einem Kubikmeter Schaum steckt, und ist der beste verfügbare Hinweis auf die Lebensdauer. Für eine Auflage, auf der Sie jede Nacht liegen, setzen wir deshalb dieselbe Grenze von 40 kg/m³ an. Die Stauchhärte in kPa beschreibt, wie fest sich der Kern anfühlt, steht bei Toppern aber selten im Datenblatt, und Härtegrade wie H2 oder H3 sind bei Auflagen nicht genormt. Beide Werte sind Momentaufnahmen. Wie stark ein Kern nach Jahren nachgibt, zeigt erst eine Dauerbelastungsprüfung, und die veröffentlicht für Topper praktisch niemand. Ohne Angabe zur Rohdichte bleibt die Haltbarkeit eines Toppers offen, wie überzeugend die Produktseite auch klingt.
Die passende Höhe
Wie hoch der Topper sein sollte, hängt an seiner Aufgabe. Rund 4 cm verändern vor allem die Oberfläche, Schulter und Hüfte sinken etwas tiefer ein und die Stützarbeit bleibt bei der Matratze. Das passt, wenn die Matratze intakt ist und nur zu fest liegt. 6 bis 8 cm übernehmen einen größeren Teil des Liegegefühls und gleichen auch eine deutlich zu harte Matratze aus. Ab 9 cm bestimmt die Auflage das Liegen fast allein, dafür steigt die Betthöhe und das Spannbettlaken braucht mehr Steghöhe.
Seine volle Elastizität entfaltet Kaltschaum nach der Branchendefinition erst ab 12 cm Materialstärke. Kein Topper erreicht das, eine solche Auflage wäre bereits eine zweite Matratze. Sinnlos wird die Bauart dadurch nicht, denn auch auf Topperhöhe bleibt Kaltschaum offenporig und punktelastisch. Das Elastizitätsargument der Werbung trägt dort nur weniger weit.
Die richtige Größe
Kaltschaum-Topper gibt es von 80x200 bis 200x200, einzelne Hersteller liefern auch 190, 210 oder 220 cm Länge. Das Maß muss exakt zur Matratze passen, eine Näherung rächt sich als Falte oder freiliegender Rand. Für die gängigen Breiten ist die Auswahl bereits sortiert: Topper 90x200, 140x200, 160x200, 180x200 und 200x200. Nicht jedes Modell deckt jede Breite ab, und innerhalb einer Serie fehlt ein Maß oft genau bei der Kernvariante, die Sie suchen.
Ab 180 cm Breite stellt sich die Frage nach einem Stück oder zweien. Zwei Auflagen in 90x200 lassen sich allein wenden und einzeln waschen, und zwei Personen mit unterschiedlichem Gewicht können verschiedene Härten wählen. Bezahlt wird das mit einer spürbaren Fuge in der Bettmitte.
Wenn ein anderes Material besser passt
Viscoschaum entlastet Druckpunkte tiefer, staut dafür Wärme (Visco-Topper). Gelschaum verbindet Anpassung mit schnellerer Wärmeabfuhr (Gel-Topper), Naturlatex liegt am federndsten und hält am längsten (Latex-Topper). Geht es darum, eine zu weiche Matratze fester zu machen, zeigt der Topper-Vergleich für weiche Matratzen, welche Kaltschaum- und Latexauflagen das leisten. Alle Bauarten nebeneinander stehen im Matratzentopper-Test. Die Kaltschaum-Auflagen des Möbelhauses sortiert der IKEA Topper Test.