„Der häufigste Fehlkauf ist nicht die falsche Marke, sondern der falsche Härtegrad. H4 klingt gesund und ist für die meisten Menschen zu fest, weshalb ein Rückgaberecht, das lange genug läuft, mehr wert ist als jedes Testsiegel.“
Den Härtegrad nach Körpergewicht wählen
Am Härtegrad hängen die meisten Fehlkäufe, und genormt ist er nicht. H3 bei einem Hersteller kann fester ausfallen als H4 bei einem anderen. Als Orientierung dient das Körpergewicht, nicht die Körpergröße und schon gar nicht das Bettmaß.
Fest ist dabei nicht automatisch rückenfreundlich. Auf einer zu festen Matratze kann die Schulter in Seitenlage nicht einsinken, die Wirbelsäule knickt zur Matratze hin ab, und morgens schmerzt der Nacken. Welche Modelle der Schulter genug Weg lassen, zeigt unser Vergleich der Matratzen für Seitenschläfer. Liegen zwei Personen auf einer durchgehenden Fläche, entscheidet die schwerere. Die Grenzen zwischen den fünf Graden klärt der Härtegrad-Ratgeber.
Kaltschaum, Taschenfederkern, Visco oder Naturlatex
Die Bauart entscheidet, wie punktgenau die Matratze nachgibt und wie warm Sie darauf liegen. Alles Weitere ist Feinabstimmung.
- Kaltschaum ist die häufigste Bauart und die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, punktelastisch, leicht und gerollt lieferbar. Achten Sie auf das Raumgewicht, gute Kerne liegen zwischen RG 35 und RG 50. Wärme hält Kaltschaum im Kern; die Kombination aus Federkern unten und Komfortschaum oben vergleichen wir bei den Hybridmatratzen.
- Taschenfederkern lüftet am besten, stützt die Kanten stärker und dämpft Bewegungen, solange die Federn einzeln eingenäht sind. Ein klassischer Bonellfederkern kann das nicht und gibt jede Drehung des Partners weiter. Die bauchige Variante mit tragfähigeren Federn steht im Tonnentaschenfederkern-Vergleich.
- Viscoschaum, auch Memory-Schaum, formt sich nach der Körperwärme und entlastet Druckpunkte am stärksten. Dafür liegt man wärmer und dreht sich träger, was für druckempfindliche Rücken der richtige Tausch ist, für Bauchschläfer und Schwitzer nicht.
- Naturlatex ist elastisch, langlebig, kühl und für Hausstauballergiker gut geeignet. Dafür kostet er ein Mehrfaches und wiegt so viel, dass Wenden zur Zweipersonenaufgabe wird. Reine Naturkautschuk-Kerne führt der Latexmatratzen-Test, die breitere Öko-Auswahl bündelt der Naturmatratzen-Vergleich.
Was der Handel als Komfortschaum oder Rollmatratze führt, sind Weichschaumkerne mit niedrigem Raumgewicht. Für ein Gästezimmer taugen sie, als Dauerlösung nicht.
Prüfnoten, Probeschlafen und Garantie
Eine Note der Stiftung Warentest ist nur mit drei Angaben etwas wert, nämlich Ausgabe, Prüfgröße und Härtegrad. Geprüft wird fast immer 90x200, wer dasselbe Modell in H2 statt H4 bestellt, kauft nicht die geprüfte Matratze. Und gut heißt nicht Einzelsieg, bei Öko-Test 12/2024 bekamen acht von elf Latexmatratzen diese Note. Nützlich sind sie trotzdem, denn sie messen, was im Laden niemand sieht, Haltbarkeit, Schadstoffe und Deklaration. Die in Deutschland gefertigten Modelle sammelt der Vergleich der Matratzen Made in Germany.
Zehn Minuten Probeliegen im Möbelhaus sagen nichts über acht Stunden Schlaf, deshalb ist die Rückgabefrist der wichtigste Kaufschutz. 100 Nächte sind bei den Onlinemarken Standard, IKEA gibt 365 Nächte, Ravensberger 30, Matratzen Concord 14 Tage. Der Körper braucht vier bis sechs Wochen für einen neuen Kern, eine 14-Tage-Frist ist also abgelaufen, bevor Sie urteilen können. Zehn Jahre Garantie decken Höhenverlust ab einem definierten Maß, nicht das nachlassende Liegegefühl, und beim Bezug zählen zwei Angaben, abnehmbar per Rundum-Reißverschluss und waschbar bei 60 °C.
Gegen Rückenschmerzen hilft keine eigene Matratzenkategorie, sondern die passende Härte und eine ausgeprägte Schulterzone, bei starker Druckempfindlichkeit Viscoschaum, wie ihn der TEMPUR Matratzen Test sortiert. Ist die vorhandene Matratze nur zu hart, ist ein Topper die billigere Korrektur, einen durchgelegenen Kern rettet er nicht. Nach acht bis zehn Jahren oder bei sichtbarer Kuhle ist ohnehin ein neuer Kern fällig.
Die richtige Größe von 90x200 bis 200x200
Die Länge richtet sich nach der Körpergröße plus etwa 15 cm, weshalb 200 cm bis rund 1,85 m reichen. Für 190 cm Länge gibt es eigene Vergleiche wie Matratze 80x190 und Matratze 90x190. Bei der Breite gelten 90 cm pro Person als komfortabel, 80 cm als vertretbar, 70 cm als eng.
Für Einzel-, Jugend- und Gästezimmer ist 90x200 die deutsche Standardgröße und zugleich der Baustein, aus dem viele Paare ihr Doppelbett zusammensetzen. Wer allein mehr Fläche möchte, findet die Modelle in 120x200, und 140x200 ist die meistverkaufte Größe überhaupt, für zwei ein Kompromiss mit 70 cm pro Seite. Im Doppelbett teilt sich der Markt zwischen 160x200 und 180x200, die Übergröße mit einem ganzen Meter pro Seite steht bei 200x200. Rechnen Sie einen Größenaufschlag ein, denn beworben wird fast immer die kleinste Größe, dieselbe Emma One kostet in 90x200 187,24 € und in 180x200 426,66 €.
Der Leistenabstand des Lattenrostes muss unter 4 cm bleiben, sonst drückt sich der Kern zwischen die Latten. Und die Steghöhe des Spannbettlakens muss zur Aufbauhöhe passen, ab 24 cm Matratze brauchen Sie 30 bis 40 cm Steg.