„Die Faser im Bezug entscheidet über das Schlafklima, die Füllung über die Stützkraft. Wer beide Fragen getrennt beantwortet, kauft kein Kissen, das am Ende nur nach Natur klingt.“
Was die Bambusfaser wirklich kann
Bambus-Viskose, Tencel und Lyocell sind alle drei regenerierte Zellulosefasern. Der Rohstoff ist Holz oder Bambusrohr, das chemisch aufgelöst und neu versponnen wird. Auf der Haut fühlen sie sich kühler und glatter an als Baumwolle und transportieren Feuchtigkeit schneller ab. Der Haken liegt woanders. In den meisten deutschen Bambus-Kopfkissen sitzt die Faser ausschließlich im Steppbezug, während die Füllung aus Polyester besteht. Wer die Zellulosefaser auch als Füllung möchte, landet bei Lyocell- oder Tencel-Flocken.
Körnerfüllungen von Dinkel bis Zirbe
Dinkelspelzen sind grob, stützen fest und rascheln hörbar. Hirseschalen sind feiner, legen sich enger um den Nacken und bleiben leiser, weshalb Hersteller sie gern in die Nackenrolle setzen und den Dinkel ans Kopfteil. Zirbe kommt fast nie pur ins Kissen, sondern als Hobelspäne in einer Schafwollfüllung, damit das Holz nicht drückt. Drei Dinge sollten Sie vorher wissen. Ein Körnerkissen in 40x80 wiegt zwei bis drei Kilogramm, die Füllung selbst darf nie in die Waschmaschine, und gegen Milben hilft ein Tag in der Tiefkühltruhe.
Schafschurwolle und Alpaka
Wolle puffert Feuchtigkeit, ohne sich klamm anzufühlen, und reinigt sich beim Lüften weitgehend selbst. Kissen mit kbT-Schurwolle enthalten meist kleine, mechanisch gerollte Kügelchen, die sich aufschütteln und über einen Reißverschluss portionsweise entnehmen lassen. Alpaka ist feiner, leichter und für empfindliche Haut angenehmer, kostet dafür mehr und ist selten in mehr als zwei Formaten zu haben. Für Vielschwitzer sind beide Fasern die falsche Wahl, für Menschen mit kalten Füßen die richtige. Wer tierische Fasern grundsätzlich meidet, bleibt bei Lyocell, Dinkel, Hirse oder Kapok. Wie sich Daunen und Federn im Vergleich dazu schlagen, steht im Daunenkissen-Vergleich.
Waschen, Füllmenge, Format
Die Waschfrage entscheidet mehr als die Faser. Bei Woll- und Faserkissen darf häufig das ganze Kissen in die Maschine, bei Körnerkissen wandert ausschließlich der Bezug hinein. Für Hausstauballergiker ist das ein Ausschlusskriterium, denn dort zählt die 60-Grad-Wäsche des kompletten Kissens. Welche Modelle das schaffen, zeigt der Vergleich der Allergiker-Kopfkissen. Achten Sie außerdem auf den Innenreißverschluss, denn er ist bei Naturfüllungen der einzige Weg, die Kissenhöhe an Ihre Schulterbreite anzupassen. Und prüfen Sie das Format, bevor Sie sich verlieben. Viele Körnerkissen gibt es nur in 40x80, während 50x70 oder 40x60 im Sondergrößen-Vergleich besser aufgehoben sind.
Wie viel Natur darf es sein
Ein reines Naturkissen ist teurer, schwerer und pflegeaufwendiger als ein Faserkissen aus dem Supermarkt, hält dafür aber oft ein Jahrzehnt. Wer den Einstieg sucht, nimmt ein Lyocell- oder Wollflockenkissen. Wer Körner mag, sollte einmal probeliegen, weil das feste, leicht raschelnde Gefühl polarisiert. Einen breiteren Überblick über alle Bauarten gibt unser Kopfkissen-Vergleich, und wer Naturkautschuk auch unter dem Kissen schätzt, findet die passende Unterlage im Latexmatratzen-Vergleich. Kopfkissen mit Latexkern oder Latexflocken haben einen eigenen Latex-Kopfkissen-Vergleich.