„Wer das typische Einsink-Gefühl sucht, braucht mindestens drei Zentimeter Viscoschaum über einem festen Kern. Wer nachts schwitzt, greift besser zu einem Modell mit Gel- oder Graphitzusatz und kühlendem Bezug.“
Wie viel Viscoschaum brauchen Sie?
Die Schichtdicke ist die wichtigste Kaufentscheidung. Rund zwei bis drei Zentimeter viskoelastischer Schaum auf einem Kaltschaum- oder Federkern nehmen Druckspitzen an Schulter und Hüfte weg, das Liegegefühl bleibt aber dem einer normalen Schaummatratze ähnlich. Die Variante mit Federkern unter der Viscoschicht steht gesondert im Hybridmatratzen-Vergleich. Erst ein Kern, der überwiegend aus Viscoschaum besteht, erzeugt das umhüllende Einsinken, für das Memory Foam bekannt ist. Die Referenz dafür bleibt TEMPUR, dessen aktuelle Kollektionen wir im TEMPUR Matratzen Test einordnen. Wer den Effekt zuerst im kleineren Format ausprobieren will, findet die Kissen im Memory-Foam Kopfkissen Test. Diese Bauart bleibt in Deutschland eine Preisfrage, weil sie fast nur im oberen Segment angeboten wird. Achten Sie zusätzlich auf das Raumgewicht der Viscoschicht. Werte ab RG 50 gelten als formstabil, günstige Auflagen liegen bei RG 30 bis RG 40 und verlieren schneller Rückstellkraft.
Wärmestau ehrlich einschätzen
Viscoschaum reagiert auf Wärme, das ist sein Funktionsprinzip und gleichzeitig sein Nachteil. Wer stark schwitzt, merkt das in der zweiten Nachthälfte. Drei Bauteile helfen wirklich, nämlich offenzelliger oder gelinfundierter Schaum, Graphit- oder Phasenwechselpartikel im Bezug und ein Kern mit Belüftungskanälen. Matratzen, die auf Gel als Hauptmaterial setzen, stehen im Gelmatratzen-Vergleich. Ein Lattenrost mit freier Luftzirkulation gehört dazu, eine geschlossene Bettschublade unter der Matratze arbeitet dagegen. Unter 16 Grad Raumtemperatur kippt der Effekt ins Gegenteil, weil der Schaum dann zunächst fest bleibt und erst nach einigen Minuten nachgibt.
Härtegrad fühlt sich anders an als bei Kaltschaum
Ein H3 in Viscoschaum wirkt weicher als ein H3 in Kaltschaum, weil die Oberfläche nachgibt und der Kern erst danach stützt. Verlassen Sie sich deshalb auf die Gewichtsangabe des Herstellers und nicht auf die Härtegradzahl. Seitenschläfer profitieren am deutlichsten, weil Schulter und Becken einsinken und die Wirbelsäule gerade bleibt. Rückenschläfer wählen besser eine Variante mit festerem Trägerkern. Wie sich andere Kerne anfühlen, zeigen der Kaltschaummatratzen-Test, der Latexmatratzen-Test und der Taschenfederkern-Test.
Wann eine Memory-Schaum-Matratze die falsche Wahl ist
Bauchschläfer sinken mit dem Becken zu tief ein und überstrecken die Lendenwirbelsäule. Für sie ist eine dünne Visco-Auflage über einem festen Kern die Obergrenze. Auch wer sich nachts viel dreht, kämpft mit der trägen Rückstellzeit. Und wer ein sehr kühles Bett braucht, ist mit Gel- oder Kaltschaum besser bedient. Wenn Ihre Matratze im Kern noch gut ist und Ihnen nur die Druckentlastung fehlt, reicht oft ein Visco-Topper für einen Bruchteil des Preises. Den Überblick über alle Kernarten gibt der Matratzen-Test.