„Bei 70x200 entscheidet zuerst, wer die Breite überhaupt führt. Prüfen Sie danach die Belastbarkeit, denn viele schmale Varianten kommen nur in H2 und tragen bis 80 Kilogramm.“
Für wen die Breite gedacht ist
70 cm ist die schmalste Liegefläche, die der deutsche Handel als Erwachsenenmaß führt. Sie steckt in Jugendbetten, wenn ein Kind ab etwa fünf Jahren aus dem 70x140-Kinderbett herauswächst, in Gästezimmern, in Wohnmobilen und in Boxspringbetten, die in eine Nische passen müssen. Dazu kommt das selbst gebaute Familienbett, bei dem eine 70x200 neben einer 140x200 auf 210 cm durchgehende Liegefläche kommt.
Für einen Erwachsenen, der nachts viel dreht, bleibt 70 cm dauerhaft knapp. Wer die Wahl hat, greift zu 80x200 oder 90x200, wo auch die Auswahl deutlich größer ist. Für ein kürzeres Kinderbett führt der Weg zu 70x140, alle Bauarten und Größen im Überblick zeigt unser Matratzen-Vergleich. Für die eng verwandte Größe gibt es den Matratzen-Vergleich 80x190. Die Zwischengröße fürs Kinderzimmer vergleichen wir bei den Matratzen 80x160.
Verfügbarkeit entscheidet mehr als der Preis
Die meisten Marken beginnen bei 80 cm Breite. Emma, IKEA und Ravensberger führen 70x200 gar nicht, JYSK, früher Dänisches Bettenlager, nur bei Lattenrosten und Toppern. Verlässlich liefern bett1, Matratzen Concord mit drei Modellen und Betten-ABC als Maßanfertigung, mehr dazu in unserer Übersicht zu Matratzen nach Maß. Diese kurze Angebotsliste ist der Grund, warum dieser Vergleich schmaler ausfällt als unsere Größenseiten zu 90x200 oder 140x200.
Härtegrad nach Gewicht, mit einer Falle
Der Härtegrad folgt dem Körpergewicht und nicht der Bettbreite. H2 reicht bis etwa 80 kg, H3 deckt 80 bis 100 kg ab, H4 alles darüber. In dieser Breite kommt eine Besonderheit dazu. Mehrere Hersteller geben die 70er-Variante nur bis 80 kg frei, weil sie als Kinder- und Jugendmaß kalkuliert ist, und ein Jugendlicher wächst darüber hinaus, oft schneller als die Matratze verschleißt. Wenn Sie zwischen zwei Graden schwanken, nehmen Sie in 70x200 den festeren, wie er im Vergleich der mittelfesten H3-Matratzen steht.
Kaltschaum, Komfortschaum oder Federkern
Kaltschaum ist in dieser Breite der Standard, weil er leicht und punktelastisch ist und in jedem Preisbereich angeboten wird. Achten Sie auf das Raumgewicht, denn RG 28 bis 30 markiert die Einstiegsklasse, ab RG 35 hält der Kern deutlich länger. Komfortschaum kostet weniger und liegt weicher, ein Tonnentaschenfederkern bewegt die meiste Luft und ist die Antwort auf Wärmestau, in 70x200 aber selten. Wer die Bauarten grundsätzlich vergleichen will, findet das im Kaltschaum-Vergleich und für Boxspringbetten in der Übersicht der Boxspring-Matratzen.
Aufbauhöhe, Lattenrost und Bettwäsche
Prüfen Sie vor dem Kauf die Höhe Ihres Bettrahmens. Modelle mit 20 cm füllen einen flachen Kasten komplett aus, für Hub- und Schubkastenbetten sind 13 bis 16 cm die sichere Wahl. Der Leistenabstand des Lattenrosts sollte 4 cm nicht überschreiten, sonst drückt sich der Kern zwischen die Leisten.
Spannbettlaken in 70x200 sind im Handel dünn gesät, ein 90x200-Laken sitzt bei 20 cm Aufbauhöhe aber sauber und lässt sich einschlagen. Topper in dieser Breite führt unter anderem JYSK, die Auswahl an Toppern insgesamt ist deutlich größer. Ein Vorteil der schmalen Größe zeigt sich beim halbjährlichen Wenden, denn 8 bis 11 kg dreht eine Person allein.