„In der Bauchlage gewinnt fast immer das flachere Kissen. Wer seine passende Höhe nicht kennt, nimmt ein Modell mit entnehmbarer Füllung und arbeitet sich von unten nach oben.“
Wie flach ist flach genug?
In der Bauchlage liegt der Kopf seitlich gedreht, die Halswirbelsäule ist also schon rotiert. Jeder Zentimeter Kissenhöhe kippt sie zusätzlich nach hinten. Als Obergrenze gelten rund 6 cm unter Last, und selbst das ist viel, wenn die Matratze weich ist und der Brustkorb einsinkt. Kontrollieren Sie im Liegen, ob Nase und Mund frei bleiben und die Linie von Hinterkopf über Nacken bis zwischen die Schulterblätter gerade verläuft. Wer erst testen und dann kaufen will, faltet ein Handtuch zweimal und schläft eine Nacht darauf.
Verstellbare Füllung oder ab Werk flach
Zwei Bauarten führen zum flachen Liegen. Kissen mit Reißverschluss und loser Füllung, etwa Hohlfaserkugeln oder Latexflocken, lassen sich ausdünnen, bis der Kopf tief genug liegt, und bei Bedarf wieder auffüllen. Das kostet zehn Minuten und einen Beutel für die entnommene Füllung. Die Alternative sind Kissen, die von Haus aus dünn gefüllt sind. Sie liegen sofort richtig, lassen sich aber nicht mehr korrigieren. Geformte Schaumkissen mit fester Kontur sind für die Bauchlage die schwächste Wahl, solange ihre Höhe nicht über entnehmbare Lagen sinkt.
Faser, Daune, Naturlatex oder Schaum
Unter dem Gesicht verhält sich jede Füllung anders. Faserbällchen und Hohlfaserkugeln geben nach, halten die Wärme etwas länger und wollen regelmäßig aufgeschüttelt werden. Daunen und Federn drücken sich am flachsten, verlieren dabei jede Stützwirkung und rutschen unter dem Kopf zur Seite. Naturlatexflocken federn zurück, was am Wangenbein spürbar bleibt. Viscoschaum passt sich an, speichert aber Wärme, was in der Bauchlage doppelt zählt, weil auch die Atemluft ins Kissen geht. Wichtiger als das Material ist am Ende die Waschbarkeit, denn Gesicht, Atem und Speichel landen jede Nacht auf demselben Fleck. Welche Modelle komplett bei 60 Grad in die Maschine dürfen, zeigt auch der Vergleich der Kopfkissen für Allergiker.
Das zweite Kissen gehört unter das Becken
Die Bauchlage kippt nicht nur den Kopf, sie zieht auch das Becken nach vorn und drückt die Lendenwirbelsäule ins Hohlkreuz. Ein flaches Kissen unter Bauch und Becken hebt diesen Bereich an und nimmt Spannung aus dem unteren Rücken, dafür genügt ein dünnes Faserkissen oder ein gefaltetes Handtuch. Den zweiten Teil erledigt die Matratze, denn eine zu weiche Unterlage lässt das Becken durchhängen und macht jedes flache Kopfkissen wieder zunichte. Wie fest sie sein darf, klärt unser Vergleich der Matratzen für Bauchschläfer.
Wenn Sie zwischen Bauch- und Seitenlage wechseln
Die meisten Menschen bleiben nicht die ganze Nacht auf dem Bauch. Für Seiten- und Bauchschläfer in einer Person ist ein verstellbares Kissen die einzige Bauart, die beides bedient, weil dieselbe Hülle je nach Lage mehr oder weniger Höhe hergibt. Bewährt hat sich außerdem ein zweites, höheres Kissen neben dem Kopf, auf das Sie beim Drehen wechseln. Was in reiner Seitenlage gilt, steht im Vergleich der Kopfkissen für Seitenschläfer, die geformten Modelle im Nackenkissen-Vergleich. Für die Rückenlage gibt es den Kopfkissen-Vergleich für Rückenschläfer. Beim Format entscheiden Sie zwischen 40x80, das nur den Kopf trägt, und 80x80, das schnell auch die Schulter mit anhebt. Alle Bauarten, Füllungen und Formate stehen im Kopfkissen-Test.