„Messen Sie zuerst die Breite Ihrer Matratze und überlegen Sie, wie stark die Schräge ausfallen soll. Danach fällt die Wahl zwischen kompaktem Keilkissen und durchgehendem Bettkeil fast von allein.“
Drei Bauformen, drei Einsatzzwecke
Der Bettkeil, auch Kopfkeil oder Matratzenkeil genannt, ist ein flacher Keil über die ganze Matratzenbreite. Er liegt auf oder unter der Matratze und hebt Oberkörper oder Beine gleichmäßig an. Das kompakte Keilkissen mit rund 50 bis 60 cm Kantenlänge trägt nur den Rumpf, ist leichter und wandert bei Bedarf aufs Sofa. Ein Rückenkissen oder Lesekissen steht deutlich steiler und ist zum Sitzen im Bett gedacht, nicht zum Schlafen.
Wer nachts von Sodbrennen geweckt wird, braucht eine der ersten beiden Bauformen. Ein zusätzliches Kopfkissen unter dem Kopf knickt den Hals ab und hebt den Magen nicht mit an.
Steigung, Breite und Tiefe
Übliche Steigungen liegen zwischen 9 und 15 cm. Neun Zentimeter ergeben eine dezente Schräge, die sich gut zum Hochlegen der Beine und zum Ausprobieren eignet, 15 cm sind im Liegen klar spürbar. Mindestens so wichtig ist die Tiefe des Keils. Mit 45 cm tragen Sie Kopf und Schultern, erst ab etwa 100 cm liegt der Rumpf bis zum Becken auf und der Rücken knickt nicht in der Taille ab.
Die Breite richtet sich nach dem Bett. Im 90er Einzelbett genügt ein 80 bis 90 cm breiter Keil, im Doppelbett haben Sie die Wahl zwischen zwei einzelnen Keilen und einer durchgehenden Ausführung in 140 bis 180 cm. Zwei einzelne Keile sind meist die bessere Idee, weil beide Seiten dann unabhängig voneinander eingestellt werden können.
Schaumtyp und Raumgewicht
Polyurethan-Komfortschaum ist günstig, formstabil und temperaturneutral. Visko- oder Memory-Schaum passt sich der Körperform an, speichert dafür Wärme und wird bei Kälte fester, was in ungeheizten Schlafzimmern auffällt. Für die Haltbarkeit ist das Raumgewicht der beste Anhaltspunkt, 30 kg pro Kubikmeter gelten bei Keilen als solider Wert. Nennt ein Anbieter dazu keine Zahl, bleibt offen, wie lange der Keil seine Form hält.
Wer ohnehin unter Nackenschmerzen leidet, kombiniert den Keil sinnvoll mit einem Nackenstützkissen, denn der Keil stützt den Rumpf, nicht die Halswirbelsäule. Geht es um Schnarchen oder Schlafapnoe, sind Lagerungs- und CPAP-Kissen die passendere Bauform, gesammelt im Vergleich der Kopfkissen gegen Schnarchen. Seitenschläfer, die zusätzlich Halt für Arme und Knie suchen, sind mit einem Seitenschläferkissen besser bedient.
Keilkissenbezüge richtig kaufen
Die meisten Modelle kommen mit abnehmbarem Bezug, reine Schaumkeile ohne Bezug sind die Ausnahme und dafür besonders günstig. Ein Keilkissenbezug wird nach den Kantenmaßen des Kerns gekauft, nicht nach Konfektionsgrößen. Der verbreitetste Schnitt für kompakte Keilkissen ist 60x50x30 cm, dafür gibt es Jersey- und Baumwollbezüge zwischen 20 € und 30 €, etwa den Baumwollbezug der Fränkischen Schlafmanufaktur für 25,90 € oder Jersey-Bezüge von beties für 22,90 €.
Waschbar bei 60 Grad ist das Kriterium für Allergiker, viele Bezüge dürfen nur bei 30 oder 40 Grad in die Maschine. Für einen durchgehenden Bettkeil gibt es kaum Fertigbezüge. Liegt er auf der Matratze, muss das Spannbetttuch die zusätzliche Höhe mitmachen, ein Modell mit hoher Steghöhe ist dann Pflicht. Unter der Matratze erledigt sich die Frage von selbst.
Wann Sie kein Keilkissen brauchen
Ein verstellbarer Lattenrost oder ein Boxspringbett mit Motor macht den Keil überflüssig, weil beide dieselbe Schräglage stufenlos erzeugen. Und wer nur gelegentlich im Bett liest, kommt mit einem Rückenkissen für unter 40 € weiter als mit einem Keil, den er jede Nacht wieder wegräumt.