„Beim Viscokissen entscheidet nicht der Markenname, sondern der Kern. Achten Sie auf entnehmbare Lagen oder eine einstellbare Flockenfüllung, denn die Höhe ist bei Schaumkissen der Punkt, an dem die meisten Fehlkäufe scheitern.“
Ein Stück Viscoschaum oder lose Flocken
Der Kern entscheidet über fast alles. Ein geformter Block aus Viscoschaum liegt ruhig, stützt an einer festen Stelle und gibt unter Körperwärme langsam nach. Ein bekanntes Beispiel dieser Bauart ist das Recovery Pillow, das wir im Blackroll Kopfkissen Test mit seinen Varianten vergleichen. Gel-infundierte Varianten dieses Schaums stehen im Gelkissen Test. Das ist die richtige Wahl, wenn Sie nachts kaum die Position wechseln und eine gleichbleibende Nackenhöhe wollen. Der Nachteil steckt in derselben Eigenschaft, denn die Höhe ist fix, und wer daneben liegt, kann nichts korrigieren.
Kissen mit losen Visco-Flocken drehen das um. Sie lassen Luft durch, füllen den Raum zwischen Schulter und Kopf besser aus, und über einen Reißverschluss nehmen Sie Füllung heraus, bis die Höhe stimmt. Dafür sacken Flocken über die Monate zusammen und müssen aufgeschüttelt werden. Ein dritter Weg sind Kissen aus mehreren entnehmbaren Schaumlagen, die den Halt eines Blocks mit der Verstellbarkeit eines Flockenkissens verbinden.
Visco, Kaltschaum oder Latex
Viskoelastischer Schaum reagiert auf Wärme. Er wird weicher, je länger Ihr Kopf an derselben Stelle liegt, und genau dieses langsame Nachgeben ist das Verkaufsargument. Kaltschaum und Komfortschaum federn sofort zurück, bleiben bei kühler Raumtemperatur formstabil und speichern deutlich weniger Wärme. Wer den Memory-Effekt als Einsinken empfindet, fährt mit einem Kaltschaum-Kopfkissen besser. Naturlatex liegt dazwischen, ist punktelastisch und teurer, und die Modelle dazu stehen im Kopfkissen-Vergleich über alle Materialien.
Ein Härtegrad-Vergleich zwischen den Materialien führt in die Irre. Ein Viscokissen mit 50 kg/m³ Raumgewicht wirkt fester als eines mit 40 kg/m³, obwohl auf beiden Memory-Schaum steht. Wo ein Raumgewicht veröffentlicht ist, ist das der belastbarere Wert. Die Paletten der beiden Marken, die dieses Segment in Deutschland prägen, haben wir getrennt aufgeschlüsselt, einmal im TEMPUR-Kissen-Vergleich und einmal im Emma-Kissen-Vergleich.
Die Höhe richtet sich nach der Schlafposition
Seitenschläfer brauchen den Abstand von der Schulter zum Ohr, in der Praxis 11 bis 14 cm. Rückenschläfer kommen mit 8 bis 11 cm aus, Bauchschläfer mit weniger als 8 cm. Bei einem Schaumkissen ist diese Zahl eine harte Vorgabe und kein Richtwert, weil der Kern nicht zusammenfällt wie eine Faserfüllung. Genau deshalb sind entnehmbare Lagen und Einlegeplatten wertvoll. Wer breite Schultern hat, findet die passenden Modelle im Vergleich für Seitenschläfer; wer eine ausgeprägte Nackenwelle sucht und die Form über das Material stellt, im Nackenkissen-Vergleich.
Wärme, Geruch und Wäsche
Viscoschaum speichert Wärme, das ist Bauart und kein Produktfehler. Wer nachts schwitzt, achtet auf offenporige Strukturen, durchgehende Luftkanäle, Gel-Anteile im Schaum oder einen Bezug mit Phasenwechselmaterial wie Outlast. Ein dreilagiges Abstandsgestrick bringt dabei oft mehr als jede Gel-Beschichtung, und die konsequent gekühlten Modelle aller Materialien stehen im Vergleich der kühlenden Kopfkissen.
Neue Schaumkissen riechen in den ersten Tagen. Lüften Sie den Kern zwei bis drei Tage ohne Bezug, und achten Sie beim Kauf auf OEKO-TEX Standard 100 oder CertiPUR. Der Bezug selbst ist bei fast allen Modellen bei 40 oder 60 °C waschbar, der Kern fast nie, was für Allergiker der entscheidende Punkt ist; die waschbaren Ausnahmen haben wir im Allergiker-Vergleich gesammelt. Denselben Schaum gibt es übrigens auch als Auflage und als Matratze, dazu passen der Visco-Topper-Vergleich und der Vergleich der Viscoschaum-Matratzen.