„Bei einer Klappmatratze entscheidet die Aufbauhöhe darüber, ob Ihr Gast morgens ausgeruht oder gerädert aufsteht. Alles unter 10 cm ist eine Notlösung für eine einzelne Nacht.“
Aufbauhöhe ist die wichtigste Zahl
Bei einer klappbaren Matratze liegt der Schläfer meist direkt auf dem Boden oder auf einem dünnen Lattenrost. Deshalb entscheidet die Höhe darüber, wie viel Schaum unter Schulter und Hüfte übrig bleibt, wenn das Körpergewicht einsinkt. Unter 10 cm spüren Erwachsene den Untergrund, 14 bis 16 cm sind bei guten Modellen der heutige Standard, und mehr als 16 cm bietet praktisch niemand an, weil sich die Matratze sonst nicht mehr sauber falten lässt.
Rechnen Sie die Höhe gegen die Nutzungsdauer. Für zwei Nächte im Jahr genügt ein dünnes Modell, für einen Gast, der eine Woche bleibt, sollten es 14 cm sein.
Zwei Teile, drei Teile oder vier
Die 3-teilige Matratze ist die Standardbauform. Sie faltet sich auf ein Drittel der Länge, steht als Würfel im Schrank und lässt sich halb aufgeklappt als Sitzhocker nutzen. Zweiteilige Modelle sind seltener und packen sich zu einem flachen, dafür langen Paket, was in einem schmalen Schrank ein Vorteil sein kann. Vierteilige Varianten kommen aus dem Campingbereich und haben mehr Knickkanten, die man nachts spürt.
Wichtig ist, wie die Segmente verbunden sind. Bei günstigen Modellen liegt nur der Bezug über der Trennstelle, bei besseren sitzt dort ein Klappschutz, der verhindert, dass die Teile beim Umdrehen auseinanderklaffen.
Schaumart, Härtegrad und Raumgewicht
Drei Materialien teilen sich den Markt. Einfacher Komfortschaum ist die günstigste Variante und in Raumgewichten um 25 kg/m³ üblich, was für gelegentliche Nutzung reicht. Gelschaum liegt etwas kühler und federt schneller zurück. Viscoschaum passt sich am genauesten an und ist für Seitenschläfer die angenehmste Wahl, speichert aber Wärme, was auf einer dünnen Matratze im Sommer unangenehm wird.
Einen Härtegrad geben viele Hersteller gar nicht an. Wo H3 draufsteht, ist dieselbe mittelfeste Abstimmung gemeint wie bei einer normalen Matratze, allerdings ohne Zonen. Wer regelmäßig auf einer klappbaren Matratze schläft und mehr Stütze braucht, ist mit einer normalen Matratze in 90x200 besser bedient.
Bezug, Reinigung und Lagerung
Ein abnehmbarer Bezug ist bei einem Gästebett Hygiene und kein Komfortdetail, denn darauf schlafen wechselnde Menschen. Achten Sie auf die Waschtemperatur, denn 30 °C reinigt, erst 60 °C tötet Milben ab. Fest vernähte Bezüge brauchen zwingend ein Spannbettlaken.
Gelagert wird eine Klappmatratze stehend und trocken. Wer sie monatelang zusammengeklappt und beschwert im Schrank liegen lässt, findet später Knicke, die der Schaum nicht mehr vollständig ausgleicht. Vakuumverpackte Modelle brauchen nach dem Auspacken rund 48 Stunden, bis sie ihre volle Höhe erreichen.
Klappmatratze für Schrankbett und Dauerbetrieb
Für ein Schrankbett ist eine dreiteilige Klappmatratze die falsche Wahl. Schrankbetten klappen samt Matratze an die Wand, gehalten von Spanngurten, und brauchen dafür eine durchgehende, biegsame Matratze mit 14 bis 18 cm Höhe. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche maximale Matratzenhöhe der Beschlag Ihres Bettes zulässt. Passende Modelle stehen in unserem Matratzen-Vergleich.
Wer eine klappbare Liegefläche für Zelt oder Wohnmobil sucht, ist bei Campingmatratzen und Wohnmobil-Matratzen besser aufgehoben. Und wenn auch ein Luftbett oder eine Rollmatratze in Frage kommt, stellt unser Gästematratzen-Vergleich die Bauarten gegenüber. Für das Reisebett gelten eigene Regeln, siehe Reisebettmatratzen-Vergleich.