„Die meisten Gästematratzen scheitern nicht am Preis, sondern an der Aufbauhöhe. Unter zehn Zentimeter Schaum liegt Ihr Besuch nach zwei Nächten praktisch auf dem Fußboden.“
Aufblasbare Matratze, Klappmatratze oder Rollmatratze
Die Bauart folgt der Häufigkeit. Wer zweimal im Jahr Besuch hat, fährt mit einer aufblasbaren Matratze am besten, weil sie aufgepumpt am meisten Bett bietet und zusammengelegt in eine Sporttasche passt. Kommt der Besuch monatlich, ist eine klappbare oder faltbare Matratze aus Schaum die bessere Wahl. Sie ist sofort einsatzbereit, verliert keine Luft und hält die Wärme, weil unter dem Schläfer Material statt Luft liegt. Wer dagegen ein Gästezimmer mit echtem Bettgestell einrichtet, ist mit einer Rollmatratze besser bedient, die dauerhaft liegen bleiben darf. Die faltbaren Einlagen für Kinderreisebetten sind ein eigenes Thema, siehe Reisebettmatratzen-Vergleich. Für diesen Fall lohnt der Blick in unseren Vergleich der 90x200-Matratzen, denn dort spielt das Packmaß keine Rolle mehr.
Aufbauhöhe schlägt Härtegrad
Bei einer Gästematratze ist die Höhe die Zahl, die wirklich zählt. Unter 8 cm Schaum drückt jedes Körpergewicht bis auf den Boden durch, spätestens an Schulter und Hüfte. 9 bis 10 cm reichen für eine Nacht, ab 12 cm wird auch eine Woche erträglich. Bei Luftbetten zählt die Höhe anders. Die 46 bis 56 cm Gesamthöhe sagen wenig über die Liegequalität und viel darüber, wie leicht jemand morgens wieder aufsteht. Ein Härtegrad wird bei Falt- und Luftmatratzen praktisch nie angegeben; welcher Wert zu welchem Körpergewicht passt, erklärt unser Härtegrad-Ratgeber.
Was selbstaufblasend wirklich heißt
Der Begriff meint im Handel zwei verschiedene Dinge. Bei Gästebetten steht „selbstaufblasend“ fast immer für ein Luftbett mit fest eingebauter Elektropumpe, das per Knopfdruck an der Steckdose befüllt wird. Eine echte selbstaufblasbare Matratze aus dem Campingbereich hat dagegen einen offenporigen Schaumkern, der sich beim Öffnen des Ventils von allein mit Luft vollsaugt und ohne Strom auskommt. Fürs Wohnzimmer ist die erste Variante praktischer, für Zelt und Wohnmobil die zweite. Wer eine Matratze zum Aufblasen für unterwegs sucht, achtet zusätzlich auf den R-Wert, also auf die Isolierung nach unten.
Die richtige Größe für Gäste
Die meisten Klappmatratzen sind 70 bis 80 cm breit und 190 bis 200 cm lang. Das reicht für eine Person, ist aber schmaler als jedes normale Einzelbett. Wer einen Erwachsenen über 1,85 m unterbringt, sollte auf 200 cm Länge achten, weil 190 cm genau dort enden, wo die Fersen anfangen zu hängen. Für zwei Personen führt an einem Luftbett in 152x203 cm oder an zwei nebeneinandergelegten Faltmatratzen kein Weg vorbei. Wer stattdessen dauerhaft zu zweit unterbringen will, sucht im 140x200-Vergleich weiter.
Bezug, Pflege und die passende Bettwäsche
Ein Gästebett wird von wechselnden Menschen benutzt, und genau deshalb ist der abnehmbare Bezug das unterschätzte Kaufkriterium. Viele günstige Klappmatratzen haben einen fest vernähten Bezug; dann brauchen Sie ein Spannbettlaken mit mindestens 15 cm Steghöhe oder ein waschbares Encasing. Bei Luftbetten übernimmt die beflockte Oberseite einen Teil der Arbeit, weil das Laken darauf kaum verrutscht. Faltmatratzen lagern Sie am besten stehend statt dauerhaft zusammengeklappt, sonst behält der Schaum die Knickkante. Welche Schaumarten wie lange formstabil bleiben, steht im Kaltschaum-Vergleich.
Dieselben Bauarten gibt es auch in einer outdoortauglichen Variante mit Isolation nach unten. Welche davon im Zelt und im Vorzelt funktionieren, steht im Campingmatratzen-Vergleich. Die Rollmatratzen und Gästemodelle der Filialkette Matratzen Concord vergleichen wir im Matratzen Concord Test.