„Die meisten Camper kaufen zu dünn. Unter fünf Zentimetern Aufbauhöhe spüren Sie jeden Stein, und ab September zieht die Kälte von unten durch.“
Isomatte, Luftmatratze oder Klappmatratze
Drei Bauarten teilen sich den Markt für Outdoor-Matratzen, und keine davon funktioniert wie eine Matratze fürs Bett zu Hause.
Selbstaufblasende Isomatten haben einen offenporigen Schaumkern. Ventil auf, der Schaum dehnt sich aus und saugt dabei Luft an. Weil Schaum isoliert, ist das die einzige Bauart, die auch im Herbst funktioniert. Bezahlt wird das mit Gewicht und Packmaß.
Luftmatratzen zum Campen bestehen nur aus Luftkammern. Sie sind leicht, klein verpackt und günstig, aber die Luft darin zirkuliert und trägt Körperwärme in den Boden. Für Sommernächte und Festivals reicht das trotzdem.
Klapp- und Faltmatratzen aus Schaum richten sich an alle, die nicht im Zelt, sondern im Vorzelt, im Van oder auf einer festen Liegefläche schlafen. Zusammengeklappt dienen sie tagsüber als Sitzgelegenheit, was sie zur naheliegenden Matratzen-Couch für den Dauerstellplatz macht. Wer so eine Matratze vor allem für Übernachtungsbesuch zu Hause sucht, findet die Bauarten im Gästematratzen-Vergleich gegenübergestellt.
Der R-Wert und was er nicht sagt
Der R-Wert beschreibt, wie stark eine Matte den Wärmestrom in den Boden bremst. Als grobe Orientierung gilt, bis R 2 Sommer, R 2 bis 4 drei Jahreszeiten, ab R 4 auch kalte Nächte. Gemessen wird er nach der Norm ASTM F3340, die seit 2018 der Branchenstandard ist.
Messen lassen ihn aber längst nicht alle. Sea to Summit gibt für seine Camp-Matte einen nach ASTM geprüften R-Wert von 4,2 an, Grand Canyon nennt für die Hancock 10.0 XW 9,0 ohne Angabe einer Prüfnorm. Beide Zahlen können stimmen und sind trotzdem nicht direkt vergleichbar. Vergleichen Sie R-Werte deshalb innerhalb einer Marke und ziehen Sie im Zweifel die Schaumdicke heran.
Aufbauhöhe, Breite und Länge
Fünf Zentimeter Schaum sind die Untergrenze für eine Nacht auf Wiesenboden. Acht bis zehn Zentimeter sind der Bereich, in dem auch Seitenschläfer mit der Hüfte nicht mehr durchdrücken. Bei der Breite sind 50 cm eine Trekkingmatte, 60 bis 65 cm der Standard, und ab 75 cm drehen Sie sich um, ohne davon aufzuwachen. Prüfen Sie außerdem die Länge, denn viele günstige Zeltmatratzen messen nur 184 oder 190 cm, was ab etwa 1,80 m Körpergröße knapp wird.
Packmaß, Gewicht und der Rest der Ausrüstung
Eine Matte fürs Auto darf schwer sein, eine für den Rucksack nicht. Ab rund 2 kg und einer Rolllänge über 60 cm ist eine Matte eine Autocamping-Matte, unabhängig davon, was auf der Verpackung steht. Wer dagegen im Wohnmobil oder Wohnwagen auf einer festen Liegefläche schläft, braucht überhaupt keine Matte, sondern eine Matratze nach Maß fürs Wohnmobil oder einen Camping-Topper auf die vorhandene Polsterung. Für die Anreise selbst lohnt der Blick auf die Reise-Nackenkissen.