„Bei 120x200 zahlen Sie fast den Preis der 140er Matratze für 20 cm weniger Liegefläche. Umso wichtiger ist, dass der Härtegrad beim ersten Versuch zum Körpergewicht passt, denn eine zweite Person, die den Kompromiss mitträgt, gibt es hier nicht.“
120x200 ist eine Größe für eine Person
2,4 m² Liegefläche für einen Schläfer, das ist der ganze Sinn dieser Größe. Wer aus einem 90x200-Bett kommt, gewinnt 30 cm Breite und damit den Platz, sich nachts zu drehen, ohne an der Kante zu landen. Für zwei Erwachsene ist 120x200 dagegen keine Lösung, dafür beginnt die sinnvolle Breite bei 140 cm. In der Praxis landet die Größe deshalb im Schlafzimmer von Alleinschlafenden, im Jugendzimmer und im Gästezimmer, in dem man einmal im Monat gut liegen will.
Die unangenehme Rechnung pro Quadratmeter
Herstellerpreise steigen nicht gleichmäßig mit der Breite, und am deutlichsten sieht man das an der Preisliste einer einzigen Matratze. Für die bett1 BODYGUARD nennt der Hersteller diese Staffel.
120x200 ist hier die teuerste Größe, gerechnet auf die Fläche, und liegt beim Endpreis nur 20 € unter der 140er. Das ist kein Einzelfall, sondern die Logik von Sondergrößen, die in kleineren Stückzahlen gefertigt werden. Wenn Ihr Zimmer 140 cm hergibt, prüfen Sie den 140x200-Vergleich, bevor Sie sich auf 120 festlegen. Nicht jeder Hersteller rechnet so, die Emma One kostet in 90x200 179,99 € und in 120x200 266,82 €, hier bleibt der Aufschlag im Rahmen.
Der Härtegrad ist die eine Entscheidung, die Sie treffen müssen
Der Härtegrad richtet sich nach dem Körpergewicht, nicht nach der Bettbreite, also H2 bis etwa 80 kg, H3 zwischen 80 und 100 kg, H4 darüber. Auf 120x200 gilt das ohne Abstriche, weil kein zweiter Körper mitentscheidet, und genau darin liegt das Risiko, denn ein Fehlgriff lässt sich nicht dadurch relativieren, dass die andere Bettseite passt. Nach H4 wird in dieser Größe auffällig oft gesucht, und meistens ist es die falsche Wahl, weil unter 100 kg die Schulter in Seitenlage keine Entlastung mehr bekommt. Wer unsicher ist, nimmt eine Wendematratze mit zwei Liegeseiten oder ein Modell, das denselben Preis für mehrere Härtegrade nimmt; die ausführliche Einordnung steht in unserem Härtegrad-Ratgeber.
Kaltschaum oder Taschenfederkern
Beide Bauarten gibt es in 120x200, sie unterscheiden sich vor allem im Klima und im Handling. Kaltschaum dämpft Bewegungen, hält Wärme im Kern und kommt gerollt, was in einem engen Treppenhaus zählt. Ein Taschenfederkern lüftet besser und stützt die Kanten stärker, die richtige Wahl also, wenn nachts geschwitzt wird oder das Bett an der Heizung steht. Was Sie in dieser Breite wirklich merken, ist das Gewicht, denn eine Federkernmatratze wenden Sie allein deutlich mühsamer als eine Schaummatratze, und bei einer Wendematratze mit zwei Härtegraden steht das mehrmals im Jahr an. Beim Kaltschaum lohnt der Blick auf das Raumgewicht, unter RG 30 gibt der Kern früh nach.
Lattenrost, Set und Zubehör in der Zwischenbreite
Der Lattenrost ist in 120x200 ein einzelner Rahmen, und auf die Leistenabstände kommt es an, denn über 4 cm drückt sich der Kern zwischen die Latten und verliert Stützkraft. Achten Sie zusätzlich auf die Mittelunterstützung, weil die Latten spürbar weiter spannen als in einem 90er Rahmen. Wer Bett, Lattenrost und Matratze als Set kauft, bekommt fast immer die günstigste Kernvariante des Anbieters, oft ohne Angabe zum Raumgewicht und ohne Härtegradwahl. Beim Zubehör hat die Zwischenbreite ihre eigene Falle, denn viele Spannbettlaken werden für Spannen wie 90 bis 100 cm oder 140 bis 160 cm verkauft, und 120 cm liegt genau dazwischen, die Größe muss also ausdrücklich angegeben sein. Topper gibt es in dieser Breite, bei JYSK zum Beispiel vier Modelle, und was so eine Auflage leisten kann, steht in unserem Topper-Vergleich.
Kinderzimmer, Handel und Nachbargrößen
Für Kinder ist 120x200 die Größe nach dem Kinderbett, das Bett, in dem ein Zehnjähriger auch mit 16 noch liegt. Der Markt ist dünn, weil die meisten Kindermatratzen bei 90x200 enden; achten Sie auf die Prüfung nach DIN EN 16890, auf die vom Hersteller genannte Belastbarkeit, die bei Kindermodellen oft bei 70 bis 80 kg endet, und auf einen bei 60 °C waschbaren Bezug. Auch im Handel bleibt die Breite die Ausnahme. JYSK führt sechs Matratzen in 120x200 gegenüber 52 in 140x200, IKEAs Standardbreiten sind 80, 90, 100, 140, 160 und 180 cm, und die Aktionsmatratzen von Lidl und Aldi kommen ausschließlich in 90x200 und 140x200. Wer 120x200 braucht, kauft deshalb meist direkt beim Matratzenhersteller.
Messen Sie vor der Bestellung den Innenrahmen aus. 120x190 steckt in vielen älteren Bettgestellen, dort passt eine 200er Matratze schlicht nicht, und 100x200 ist die günstigere Zwischenstufe für alle, denen 90 cm zu schmal und 120 cm zu teuer sind. Wird das Bett am Ende doch schmaler, finden Sie die Modelle im 90x200-Vergleich und im 80x200-Vergleich. Die nächstgrößeren Standardbreiten führen wir mit eigenen Preisen im 160x200-Vergleich und im 180x200-Vergleich, die Übersicht über Bauarten und Preisklassen steht im großen Matratzen-Vergleich.