„Auf 160x200 bleiben 80 cm pro Person, und damit wird der Härtegrad zur Verhandlungssache zwischen zwei Menschen. Wer sich nicht einig wird, fährt mit zwei Kernen in 80x200 unter einem durchgehenden Bezug besser als mit einem Kompromiss, der keinem von beiden passt.“
Ein Kern oder zwei Matratzen in 80x200
Diese Entscheidung fällt vor der Modellwahl. Eine durchgehende Matratze in 160x200 hat keine Fuge in der Mitte und lässt sich als Ganzes wenden, verlangt aber einen Härtegrad, mit dem beide leben. Zwei Matratzen in 80x200 erlauben zwei Härtegrade und sogar zwei Bauarten, dafür liegt zwischen ihnen die Besucherritze, die Paare mit Nähebedürfnis als störend empfinden. Ab etwa 30 kg Gewichtsunterschied ist die geteilte Lösung fast immer die richtige.
Wenige Hersteller lösen beides gleichzeitig. Bruno liefert seine Matratze in 160x200 als zwei einzelne Kerne in 80x200, deren Härtegrad Sie je Seite wählen, und legt einen durchgehenden Bezug über beide, sodass die Fuge verschwindet. Wer zwei Einzelmatratzen kombiniert, überbrückt die Ritze mit einer Ritzenfüllung oder einem durchgehenden Topper in 160x200; die Modelle dafür stehen in unserem Topper-Vergleich, die passenden Einzelkerne im 80x200-Vergleich. Rechnen Sie beim Topper ein Spannbettlaken mit 10 bis 15 cm Steghöhe ein, sonst rutscht er auf der breiten Fläche weg.
Umgekehrt ist 160x200 keine gesparte Version von 180x200, sondern die Standardlösung für Räume unter 3,50 m Breite. In einem 3 m breiten Zimmer bleiben neben einem 160er Bett rund 70 cm pro Seite für Nachttisch und Durchgang, bei 180 cm Bettbreite wird eine Seite zur Engstelle.
Härtegrad nach dem schwereren Partner
Der Härtegrad richtet sich nach dem Körpergewicht, nicht nach der Bettbreite. Bei einem gemeinsamen Kern in 160x200 entscheidet der schwerere Partner, weil eine zu weiche Matratze unter ihm einsinkt und die leichtere Person dann zur Mitte hin rollt. So teilen die Hersteller ein.
Nach „Matratze 160x200 H4“ wird auffällig oft gesucht, und im Doppelbett ist die Frage berechtigter als in der Einzelgröße. Wiegt einer der beiden über 100 kg, trägt H3 seine Hüfte nicht mehr zuverlässig. Wiegen beide deutlich darunter, ist H4 die falsche Wahl, weil die Schulter in Seitenlage nicht einsinken kann und die Wirbelsäule zur Matratze hin abknickt. Wendematratzen mit zwei Härteseiten sind der pragmatische Ausweg, wenn Sie sich nicht sicher sind, und die vollständige Einordnung steht in unserem Härtegrad-Ratgeber.
Kanten und Mitte
Zwei Stellen entscheiden in dieser Breite über die Lebensdauer. Auf 160 cm schläft man zwangsläufig näher am Rand als in einem 180er Bett, und wer sich zum Anziehen hinsetzt, belastet immer dieselben 30 cm. Reine Schaumkerne ohne Randverstärkung geben dort als Erstes nach. Beim Kaltschaum ist das Raumgewicht der beste Indikator, denn unter RG 30 sinkt der Kern schnell durch, RG 35 ist marktüblich, RG 50 wie bei der f.a.n. Medisan Plus KS deutlich mehr.
Die Mitte ist das zweite Thema und das spezifisch 160er. Zwei Körper drücken links und rechts, dazwischen bleibt ein Streifen, den nur das Material zusammenhält. Bei billigen Komfortschaumkernen wächst dort nach ein bis zwei Jahren ein Grat, über den man nachts rollt. Zonierte Taschenfederkerne mit Randverbau und dichter Kaltschaum halten das besser aus, achten Sie also in der Beschreibung auf „Randverstärkung“ oder „Umrandungsschaum“, einen zusätzlichen Schaumrahmen um den Federkern.
Bett, Lattenrost und Boxspring in 160x200
In dieser Breite braucht der Unterbau mehr als in 90x200. Ein 160er Bettgestell nimmt in der Regel zwei Lattenroste in 80x200 auf und verlangt einen Mittelbalken mit mindestens einem zusätzlichen Bettfuß. Fehlt der, arbeitet die Konstruktion und knarzt nach wenigen Monaten. Über 4 cm Leistenabstand drückt sich der Kern zwischen die Latten und verliert Stützkraft.
Zwei getrennte Roste haben hier einen Vorteil, der oft übersehen wird. Sie lassen sich pro Seite unterschiedlich einstellen, viele Modelle haben Schieberegler im Schulter- und Beckenbereich. Wer also zwei Härtegrade will, aber keine geteilte Matratze mag, holt einen Teil des Unterschieds über den Rost. Ein Boxspringbett bringt seine Matratze dagegen normalerweise mit; wer sie ersetzt, braucht ein Modell, das auf einer festen Federbox liegt und keinen Lattenrost erwartet.
Messen Sie vor dem Kauf den Innenrahmen aus, denn in älteren Gestellen steckt manchmal 160x190, und dort passt eine 200er Matratze schlicht nicht. Die schmalere Doppelgröße finden Sie im 140x200-Vergleich, die Einzelgröße im 90x200-Vergleich, und den Überblick über alle Bauarten und Preisklassen gibt unser Matratzen-Vergleich. Die Marken mit den meisten Modellen in dieser Größe haben eigene Seiten, den Emma Matratzen Test und den IKEA Matratzen Test.