„Bei Kinderkissen entscheidet die Höhe, nicht die Marke. Solange die Schultern kaum breiter sind als der Kopf, ist flach immer richtig, und alles, was im Kinderbett liegt, muss bei 60 Grad in die Maschine dürfen.“
Ab wann braucht ein Kind ein Kopfkissen?
Im ersten Lebensjahr gar nicht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt, dass ein Baby in den ersten zwölf Lebensmonaten überhaupt kein Kissen benötigt und aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet werden sollte, weil Überwärmung und ein gefährlicher Atemrückstau drohen. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt das Schlafen ohne Kopfkissen auf einer festen, luftdurchlässigen Matratze. Ab etwa dem zweiten Geburtstag darf ein ganz flaches Kissen dazukommen, in das der Kopf nicht einsinken kann. Ein normal hohes Kopfkissen wird erst sinnvoll, wenn die Schultern deutlich breiter sind als der Kopf und der Nacken in der Seitenlage eine Lücke überbrücken muss. Bei den meisten Kindern ist das zwischen vier und sieben Jahren so, ein festes Datum gibt es nicht.
40x60, 40x80 oder 80x80
40x60 ist das Kindermaß. Zur Matratze für das erste große Bett gibt es den Kindermatratzen-Vergleich in 90x200. Weitere Kissen in 40x60 und anderen kleinen Formaten stehen im Kopfkissen-Vergleich für Sondergrößen. Es passt in Kinderbettwäsche, liegt in einem Gitterbett und in einem 70x140-Kinderbett frei und steht an den Seiten nicht hoch. 40x80 lohnt sich erst, wenn ein Schulkind nachts viel wandert und Kopf plus Schulter Platz brauchen, 80x80 ist für ein Kinderbett zu groß und meist zu hoch. allnatura rät in seinem Kissen-Ratgeber ausdrücklich von 80x80 für Kinder ab. Die Erwachsenenmaße haben eigene Bestenlisten, einmal für Kopfkissen in 40x80 und einmal für Kopfkissen in 80x80. Wer das passende Bett dazu sucht, findet die Kindergröße im Vergleich der Matratzen 70x140. Worauf es bei der Matratze fürs Babybett selbst ankommt, erklärt der Babymatratzen-Vergleich.
Füllung, Höhe und Waschtemperatur
An der Füllung zählen für Kinder drei Dinge. Sie soll flach bleiben, sie soll waschbar sein, und sie soll ohne Tierhaare auskommen, denn Daunen und Federn bringen in diesem Alter kaum Stützkraft und sind schwerer zu reinigen. Baumwolle, Hanf und Lyocell erfüllen das, Faserkügelchen aus Polyester ebenfalls und meist günstiger. Praktisch sind Kissen mit einem Innenbezug am Reißverschluss, weil sich die Füllmenge Jahr für Jahr anpassen lässt, statt alle zwei Jahre ein neues Kissen zu kaufen. Bei der Wäsche ist 60 Grad die Grenze, ab der Hausstaubmilben absterben, und ein Kissen, das komplett bei 60 Grad in die Trommel darf, ist im Kinderzimmer deutlich mehr wert als eines mit nur waschbarem Bezug.
Allergie im Kinderzimmer
Kinder mit Hausstauballergie brauchen kein Spezialkissen, sie brauchen ein waschbares. Sinnvoll sind ein voluminös versteppter, abnehmbarer Bezug, pflanzliche Fasern oder Naturlatex und ein Waschintervall von sechs bis acht Wochen statt zweimal im Jahr. Ein Prüfzeichen hilft bei der Auswahl, OEKO-TEX Standard 100 in der Produktklasse I gilt für Artikel für Babys und Kleinkinder und hat die strengsten Grenzwerte. Wie dieselben Kriterien bei Kissen für Erwachsene aussehen, steht in unserem Kopfkissen Test.
Sind Nackenkissen für Kinder nötig?
In der Regel nicht. Ein geformtes Nackenkissen ergibt erst Sinn, wenn ein Kindergarten- oder Schulkind auf der Seite schläft und morgens über einen steifen Nacken klagt, und selbst dann sind viele Modelle mit 8 cm Aufbauhöhe für Kleinkinder zu hoch. Ohne kinderorthopädischen Befund reicht ein flaches, waschbares Kissen. Die ergonomischen Modelle für Erwachsene stehen in unserem Nackenkissen Test. Ein geformtes Kinderkissen aus Viscoschaum gibt es mit dem Recovery Pillow Kids auch von Blackroll, eingeordnet im Blackroll Kopfkissen Test. Für Flugreisen mit Kindern gibt es die Nackenhörnchen im Reise-Nackenkissen-Vergleich.