„Kaufen Sie das Kissen, das Sie wirklich alle drei Monate bei 60 Grad in die Maschine stecken werden. Ein Spezialkissen, von dem nur der Bezug die Wäsche übersteht, hilft bei einer Milbenallergie weniger als ein einfaches Faserkissen, das komplett hineinpasst.“
Waschbar bei 60 Grad, und zwar komplett
Hausstaubmilben leben von Hautschuppen und brauchen Feuchtigkeit, beides liefert der Kopf über Nacht in reichlicher Menge. Entscheidend ist deshalb nicht die Aussage auf der Verpackung, sondern das Pflegeetikett. Gelten die 60 Grad für das komplette Kissen und nicht nur für den abnehmbaren Bezug, verschwinden Milben und Allergene bei jeder Wäsche. Für Kissen und Bettdecken reicht dieser Waschgang alle drei Monate, die Bettwäsche darüber wechseln Sie alle ein bis zwei Wochen.
Etiketten schweigen zum Trommelvolumen. In eine 5-kg-Maschine bekommen Sie ein 80x80-Kissen zwar hinein, sauber durchgespült wird es dort nicht. Für das große Format brauchen Sie rund 7 kg Fassungsvermögen, sonst wandern Sie alle drei Monate in den Waschsalon. Welche Modelle es in diesem Maß gibt, steht im Vergleich der 80x80-Kopfkissen.
Faser, Daune oder Latex
Faserbällchen aus silikonisierter Hohlfaser sind die pragmatische Wahl. Sie überstehen Heißwäsche und Trockner, kosten wenig und lassen sich nach zwei Jahren ohne Bauchschmerzen ersetzen. Daunen und Federn gelten dagegen zu Unrecht als tabu für Allergiker: Die Lungenärzte im Netz verweisen sogar auf höhere Milbenbelastung in Synthetikkissen und halten fest, dass allein die 60-Grad-Waschbarkeit und die tatsächlich durchgeführte Wäsche zählen. Wer zu Daunen greift, achtet auf das NOMITE-Zeichen, das dicht gewebte Hüllen als natürliche Barriere gegen Milben auszeichnet. Mehr zu diesen Modellen im Daunenkissen-Test.
Naturlatexflocken gehen einen dritten Weg. Sie bieten Milben keine Nahrungsgrundlage, lassen sich selbst aber nicht waschen, in die Maschine kommt nur die Hülle.
Brauchen Sie zusätzlich ein Encasing?
Ein Encasing ist ein milbendichter Bezug mit so feinem Gewebe, dass Milben und Allergene nicht hindurchkommen. Er ersetzt kein waschbares Kissen, sondern kapselt eines ein, das keine Heißwäsche verträgt, und muss selbst etwa alle drei Monate mitgewaschen werden. Bei diagnostizierter Milbenallergie übernehmen die Krankenkassen die Kosten meist. Ohne Diagnose ist der Bezug als reine Vorbeugung nicht empfohlen, weil belastbare Studien für diesen Zweck fehlen. Wer ein 60-Grad-Kissen kauft, kommt am Kopfkissen ohne Encasing aus, an der Matratze fast nie.
Und wenn es ein Nackenstützkissen sein soll?
Ergonomische Kissen aus Visco- oder Kaltschaum lassen sich fast nie waschen, der Kern nimmt die Trommel übel. Allergiker mit Nackenbeschwerden haben zwei Wege. Entweder ein Modell, das der Hersteller ausdrücklich als komplett waschbar ausweist, oder ein Encasing über den Schaumkern. Die ergonomischen Formen sortiert unser Nackenkissen-Vergleich, alle Bauarten und Formate stehen im Kopfkissen-Test. Wer Dinkel, Schafwolle oder Bambusfasern statt Kunstfaser bevorzugt, findet die waschbaren unter ihnen im Naturkissen-Vergleich, die passende Unterlage dazu steht im Vergleich der Matratzen für Allergiker.