„Den Härtegrad 4 sollten Sie nach Ihrem Körpergewicht wählen, nicht nach dem Wunsch nach einer möglichst harten Matratze. Unterhalb von etwa 100 Kilogramm bringt H4 meist Druckstellen an Schulter und Hüfte statt besserer Stützung.“
H4 Matratze – bis wie viel kg?
Der Härtegrad 4 ist eine Gewichtsangabe, keine Qualitätsstufe. Die Hersteller ziehen die Grenze unterschiedlich, in der Praxis läuft es aber auf eine ähnliche Einteilung hinaus. Matratzen Concord führt seine H4-Kategorie ausdrücklich für Personen ab 100 kg Körpergewicht, Ravensberger nennt für den Härtegrad H4 der Komfort-SAN „ab ca. 110 kg“, und OTTO nennt für die Lasse in H4 einen Bereich von 101 bis 160 Kilogramm.
Härtegrade sind nicht genormt. Es gibt keine DIN-Vorgabe, jeder Hersteller legt die Stufen selbst fest, und deshalb kann sich H4 der einen Marke fester anfühlen als H4 der anderen. Wie die fünf Stufen zusammenhängen, erklärt unser Ratgeber zu den Härtegraden H1 bis H5.
H3 oder H4?
Zwischen 80 und 100 Kilogramm liegt die Zone, in der beide Grade funktionieren können. Ausschlaggebend ist dann die Schlafposition. Rücken- und Bauchschläfer fahren mit der festeren Auslegung besser, weil das Becken nicht absacken darf. Seitenschläfer brauchen an der Schulter Nachgiebigkeit und sind unterhalb von 100 Kilogramm meist mit Härtegrad H3 besser bedient. Oft übersehen wird der Doppelbett-Fall. Bei zwei Einzelmatratzen wählt jede Person ihren eigenen Grad, bei einer durchgehenden 180er-Matratze müssen sich beide auf einen einigen.
H4 oder H5?
H5 ist der höchste gängige Grad und ab rund 130 Kilogramm die richtige Wahl. Das Angebot ist deutlich kleiner als bei H4, teurer wird es aber selten. Bei den beiden Modellen in dieser Liste, die beide Stufen führen, kostet H5 in 90x200 genauso viel wie H4. Wer unsicher ist, greift deshalb zu einem Modell, das beide Stufen anbietet. Einen breiteren Überblick über alle festen Bauarten von H3 bis H5 gibt unser Vergleich harter Matratzen.
Worauf es bei einer H4-Matratze ankommt
- Beim Raumgewicht des Kerns hält bei Kaltschaum erst RG 40 aufwärts die Festigkeit über Jahre; Komfortschaum mit RG 25 bis 28 lässt unter hohem Gewicht schneller nach.
- Die Belastbarkeit je Liegefläche gilt pro Schlafplatz, nicht für das ganze Bett. Sie steht selten im Titel und oft nur im Datenblatt.
- Eine Aufbauhöhe ab etwa 18 cm lässt Reserve, damit die Mitte nicht durchliegt. 16 cm genügen für ein Gästebett, für den Dauereinsatz bei 110 Kilogramm nicht.
- Federkern oder Schaum ist die zweite Grundsatzfrage. Ein Taschenfederkern stützt luftig und kräftig und passt zu schwereren Menschen, die nachts schwitzen. Fester Kaltschaum liegt punktelastischer und isoliert wärmer.
- Die Unterfederung zählt mit, denn die Belastbarkeitsangabe der Matratze gilt nur zusammen mit einem tragfähigen Untergrund. Lattenrost und Bettrahmen haben eigene Grenzwerte, und der niedrigere von beiden entscheidet.
- Ein abnehmbarer, bei 60 Grad waschbarer Bezug ist bei hohem Körpergewicht kein Luxus, weil mehr Feuchtigkeit in die Matratze geht.
Und wenn die neue Matratze am Ende doch eine Spur zu hart ausfällt, korrigiert ein weicher Topper nach unten; umgekehrt macht ein fester Topper in H4 oder H5 eine zu weiche Matratze straffer. Ob Sie grundsätzlich fester oder weicher liegen sollten, klärt unser Ratgeber harte oder weiche Matratze.