„Beim Kaltschaum entscheidet das Raumgewicht über die Lebensdauer, und unter RG 40 wird es dünn. Gleich danach kommt der Härtegrad, und der richtet sich nach Ihrem Körpergewicht.“
Raumgewicht und Lebensdauer
Das Raumgewicht (RG) gibt an, wie viele Kilogramm Schaum in einem Kubikmeter Kern stecken. Es ist ein Haltbarkeitswert und kein Härtegrad. Je dichter der Schaum, desto länger hält er der täglichen Belastung stand. Für eine Matratze, auf der jede Nacht geschlafen wird, gilt RG 40 als sinnvolle Untergrenze, RG 50 und mehr als langlebig. Günstige Rollmatratzen liegen oft bei RG 25 bis RG 32 und sind damit für das Gästezimmer gemacht. Typische Vertreter sind die Schaummatratzen der Möbelhäuser, die wir im JYSK Matratzen Test einordnen.
Kaltschaum oder Komfortschaum
Beides ist Polyurethanschaum, der Unterschied steckt in der Zellstruktur. Kaltschaum wird ohne Wärmezufuhr aufgeschäumt, ist offenporig und punktelastisch, gibt also genau dort nach, wo Druck entsteht. Komfortschaum reagiert flächiger, transportiert weniger Feuchtigkeit ab und liegt beim Raumgewicht meist niedriger. Im Verkaufsgespräch werden beide Begriffe gern austauschbar benutzt. Steht auf dem Datenblatt Komfortschaum und ein Raumgewicht unter RG 35, ist die Matratze für den Dauereinsatz zu knapp kalkuliert.
Was im Datenblatt daneben steht und im Alltag mehr Arbeit macht, ist der Bezug. Sechs der neun Bezüge in diesem Vergleich waschen bei 60 °C, die Emma One und die Concord Smart nur bei 40 °C, und trocknergeeignet ist allein der Bio-Baumwollbezug der Dormisana. Emmas Modelle untereinander vergleicht der Emma Matratzen Test, die Concord-Eigenmarken der Matratzen Concord Test. Das ist der Unterschied zwischen einem Waschtag und einem Wochenende, an dem ein Bezug in 90x200 über zwei Stühlen hängt.
Härtegrad und Körpergewicht
Der Härtegrad muss zum Körpergewicht passen. Als Orientierung gilt H2 bis etwa 80 kg, H3 von 80 bis 100 kg, H4 darüber. Wenn Sie schon wissen, dass es fest werden soll, führen unsere Übersichten zu H3-Matratzen und zu harten Matratzen schneller zum Ziel. Wer schwerer ist und zu weich wählt, sinkt in der Mitte durch und verliert genau die Wirbelsäulenstützung, die die sieben Zonen herstellen sollen. Modelle, die denselben Kern in mehreren Härtegraden anbieten, haben deshalb einen praktischen Vorteil, weil sich eine Fehlentscheidung innerhalb der Rückgabefrist korrigieren lässt. Im Zweifel ist der wählbare Härtegrad mehr wert als ein halber Notenpunkt.
Liegezonen und Schulterentlastung
Eine 7-Zonen-Kaltschaummatratze hat unterschiedlich tief eingeschnittene Bereiche für Kopf, Schulter, Rücken, Becken, Knie und Füße. Wirksam ist davon vor allem die Schulterzone, denn die Schulter muss in Seitenlage einsinken, damit die Wirbelsäule gerade bleibt. Bei bestehenden Rückenbeschwerden führt unser Vergleich orthopädischer Matratzen die Modelle mit der ausgeprägtesten Entlastung auf. Die Zahl der Zonen allein sagt wenig, weil ein Wellenschnitt in einem RG-30-Kern ein RG-30-Kern bleibt. Achten Sie darauf, ob der Hersteller eine echte Entlastung beschreibt, etwa weichere Einsätze im Schulterbereich. Wer außerdem Wert auf eine Fertigung in Deutschland legt, findet die geprüften Hersteller im Vergleich der Matratzen Made in Germany. Ravensbergers eigene Kaltschaumreihe sortiert der Ravensberger Matratzen Test. Für Visco- und Gelschaumkerne gibt es den Viscoschaum-Vergleich und den Gelmatratzen-Vergleich.
Kaltschaum oder Federkern
Die Frage entscheidet sich am Schlafklima und am Unterbau. Ein Taschenfederkern belüftet sich über die Hohlräume zwischen den Federn selbst und bleibt kühler, das hilft bei starkem Nachtschweiß und bei hohem Körpergewicht. Kaltschaum wärmt stärker, ist deutlich leichter, lässt sich gerollt liefern und arbeitet auf verstellbaren Lattenrosten mit, ohne dass Federn brechen. Entscheidend ist die Unterlüftung. Auf einem Bett mit geschlossenem Boden oder auf einem Boxspring-Unterbett ist Kaltschaum die schlechtere Wahl, weil die Feuchtigkeit der Nacht nicht nach unten abziehen kann. Als drittes Material bleibt Latex, das kühler liegt, dafür schwerer ist und mehr kostet. Für ein Schlafzimmer mit gewöhnlichem Lattenrost bleibt Kaltschaum trotzdem die pragmatischste Wahl.
Matratze aus Schaumstoff selbst zuschneiden
Eine Matratze aus Schaumstoff zuschneiden zu lassen klingt günstig und ist es selten. Polster- und Verpackungsschaum aus dem Zuschnitt liegt meist bei RG 20 bis RG 25, hat keine Zonierung, keinen abnehmbaren Bezug und keine Schadstoffprüfung. Für eine Wohnwagenliege oder ein Dachbett reicht das, als Bett für jede Nacht drückt sich der Schaum innerhalb von Monaten durch. Wer über Kaltschaum hinaus vergleichen möchte, findet Federkern- und Hybridmodelle in unserer Matratzen-Bestenliste. Wer beim Zuschnitt bleibt, achtet auf die Bezeichnung Matratzenschaum und auf eine ausgewiesene Raumgewichtsangabe; in derselben Preisklasse liegen längst fertige Rollmatratzen mit Bezug, und die sind das bessere Geschäft.