„Die wichtigste Frage bei einer Latexmatratze ist nicht der Härtegrad, sondern der Kern: 100 % Naturkautschuk oder Mischlatex. Den Härtegrad können Sie beim Kauf wählen, das Material nicht mehr.“
Der Unterschied zwischen Naturlatex, Mischlatex und Synthetiklatex
Das Wort Latexmatratze sagt noch nichts über das Material. Naturlatex entsteht aus dem Milchsaft des Kautschukbaums, Synthetiklatex (SBR) ist ein Erdölprodukt, und dazwischen liegt Mischlatex mit meist 20 bis 40 % Naturanteil. Nur die Angaben 100 % Naturlatex oder 100 % Naturkautschuk stehen für einen reinen Naturkern. Naturmatratzen aus Kokos, Rosshaar oder Wolle, die ohne Latexkern auskommen, vergleichen wir im Naturmatratzen-Vergleich. Formulierungen wie Latex Premium, Komfortlatex oder mit Naturlatex meinen fast immer Mischlatex. Schlecht ist Mischlatex deshalb nicht, er ist formstabiler und günstiger. Ihm fehlt aber die offenporige Struktur, die dem Naturlatex sein Klima gibt.
Was Latex bei der Punktelastizität besser kann als Schaum
Latex ist punktelastisch, gibt also genau dort nach, wo Druck entsteht, ohne die Nachbarzone mitzuziehen. Deshalb funktioniert eine Matratze aus Naturlatex auch ohne aufwendige Zonentechnik, während Kaltschaum seine Zonen einfräsen muss. Für Seitenschläfer bedeutet das eine einsinkende Schulter bei getragenem Becken. Welcher Härtegrad von H1 bis H5 passt, richtet sich bei Latex noch stärker nach dem Körpergewicht als bei Federkern, weil das Material insgesamt weicher zurückfedert. Wer zwischen zwei Graden steht, findet in unserem Ratgeber zu harter oder weicher Matratze die Entscheidungshilfe, und bei chronischen Rückenschmerzen lohnt zusätzlich der Blick auf orthopädische Matratzen.
Gewicht, Lebensdauer und der Aufpreis
Ein 15 cm hoher Naturlatexkern wiegt in 90x200 rund 20 kg, in 140x200 sind es schnell über 30 kg. Rechnen Sie beim Wenden und beim Bezugswechsel mit zwei Personen und prüfen Sie vorher, ob Ihr Lattenrost dieses Flächengewicht trägt. Dafür hält ein guter Naturlatexkern 10 bis 15 Jahre, während viele Kaltschaummatratzen nach 7 bis 8 Jahren durchliegen. Auf die Nutzungsdauer gerechnet schrumpft der Aufpreis gegenüber einer vergleichbaren Kaltschaummatratze erheblich. Welche Maße überhaupt infrage kommen, klärt unsere Übersicht der Matratzengrößen; für die beiden gängigen Doppelmaße haben wir eigene Vergleiche zu Matratze 140x200 und Matratze 180x200.
Warum Latex Hausstaubmilben die Grundlage nimmt
Naturlatex wirkt von Natur aus antibakteriell und bietet Hausstaubmilben wenig Lebensraum, weil der Kern kaum Staub aufnimmt und Feuchtigkeit über die Lüftungskanäle abgibt. Entscheidend bleibt trotzdem der Bezug, der rundum abnehmbar und bei 60 °C waschbar sein sollte, sonst nützt der beste Kern wenig. Welche Matratzen diese Anforderungen insgesamt am besten erfüllen, zeigt der Vergleich der Matratzen für Allergiker. Umgekehrt ist eine bestehende Latexallergie ein klares Ausschlusskriterium. Die auslösenden Proteine werden bei der Herstellung weitgehend ausgewaschen, ein Restrisiko bleibt aber bestehen.
Diese Prüfzeichen sagen wirklich etwas aus
QUL und GOLS betreffen den Kern, OEKO-TEX das Endprodukt samt Bezug. Was das OEKO-TEX-Siegel bei Matratzen tatsächlich prüft, haben wir gesondert aufgeschrieben, weil es häufiger überschätzt wird als jedes andere Zeichen.
Wenn eine neue Matratze noch nicht ansteht
Das Liegegefühl von Latex lässt sich auch nachrüsten. Ein Naturlatex-Topper legt sieben bis neun Zentimeter Latex auf die vorhandene Matratze und kostet einen Bruchteil. Einen durchgelegenen Kern ersetzt er nicht, verschiebt den Neukauf aber um ein bis zwei Jahre. Wie sich Latex insgesamt gegen Kaltschaum, Federkern und Visco schlägt, zeigt unser großer Matratzen-Vergleich. Einige der hier gelisteten Latexhersteller fertigen in Deutschland, die Übersicht dazu steht im Vergleich der Matratzen Made in Germany. Für den Kopf gibt es das Material ebenfalls, im Latex-Kopfkissen-Vergleich. Die NATURA-Latexmodelle von Ravensberger ordnet der Ravensberger Matratzen Test ein.