„Bevor Sie neu kaufen, notieren Sie Hersteller und Härtegrad vom Etikett Ihrer alten MFO-Matratze, denn eine Festigkeit, auf der Sie jahrelang gut geschlafen haben, ist der sicherste Ausgangspunkt.“
Was mit MFO passiert ist
Die matratzen direct AG, die ihre Filialen unter dem Namen MFO betrieb, hat Ende März 2025 beim Amtsgericht Köln ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ein Käufer fand sich nicht. Laut t-online schrumpfte das Filialnetz in der Sanierung von 124 auf 97 Standorte, rund 300 Beschäftigte verloren ihre Stelle, und spätestens am 31. Dezember 2025 war Schluss. Auf mfo-matratzen.de steht seitdem nur noch die Schließungsmitteilung mit dem Aktenzeichen 70g IN 71/25.
Hinter MFO stand eine fast hundertjährige Firmengeschichte. Sie begann 1929 als Bettina Federkernwerk in Köln-Ossendorf, 2004 übernahm sie Klaus Hartmann, der Gründer von Matratzen Concord, und benannte sie in Matratzen Factory Outlet um, so die Chronik bei t-online. Gerade dieser Name brachte Ärger. 2013 entschied der Bundesgerichtshof (Az. I ZR 89/12), dass „Factory Outlet“ irreführend war, weil MFO 30 % seiner Matratzen von Drittfirmen fertigen ließ und sie ausschließlich in mehr als 500 eigenen Filialen verkaufte, wie die Wettbewerbszentrale zusammenfasst.
Garantie, Reklamation und Gutscheine
Für frühere MFO-Kunden zählt jetzt zuerst, wer die Matratze hergestellt hat. Die Verbraucherzentrale stellt klar: „Von der Insolvenz unberührt bleiben jedoch die Ansprüche, die sich aus den freiwilligen Garantien der Hersteller ergeben.“ Eine BeCo-, f.a.n.- oder Dunlopillo-Matratze aus einer MFO-Filiale reklamieren Sie deshalb direkt beim Hersteller, soweit er eine Garantie gegeben hat. Bei der Eigenmarke Prolife trat MFO dagegen selbst als Hersteller auf, und die dort beworbene Garantie von 12 Jahren mit Abschreibung ist jetzt eine Forderung gegen die insolvente Firma. Solche Forderungen lassen sich ebenso wie nicht eingelöste Gutscheine nur noch zur Insolvenztabelle anmelden, und dort gehen sie wegen der geringen Insolvenzmasse meist ins Leere.
Was es von MFO noch zu kaufen gibt
Das bekannteste MFO-Modell, die Prolife Supreme, gibt es unter anderem Namen weiterhin, mehr dazu auf Platz 1 der Bestenliste. Bei den Markenmatratzen ist der Weg noch kürzer. Die Nightstyle Visko von BeCo aus Lübbecke, die bis 2025 im MFO-Regal stand, ist aus dem eigenen Shop der Marke verschwunden, Ravensberger hat sie aber noch im Programm, und f.a.n. Frankenstolz liefert weiter über Fachhändler und Versender.
Die Eigenmarken Vitasan und Economy sind dagegen mit MFO verschwunden. Die Vitasan-Reihe reichte von Kaltschaum über Visco bis Federkern, deshalb lohnt der Vergleich nach Bauart. Ersatz für ein Kaltschaummodell finden Sie im Kaltschaummatratzen-Test, für ein Federkernmodell im Taschenfederkern-Vergleich.
Worauf es beim Ersatz ankommt
Härtegrad. MFO verkaufte viele Modelle in soft, medium und fest, also H2 bis H4. Die Prolife Supreme gibt es heute nur noch in H3. H4 führen in unserer Bestenliste drei Modelle, die BeCo Maxima Plus als günstigste Variante, die Ravensberger Komfort-SAN ohne Aufpreis gegenüber H2 und H3 und die Concord DuraCore, die es nur in H4 und H5 gibt und die sich an schwere Schläfer richtet.
Probeliegen oder Probeschlafen. MFO lebte von Filialen zum Probeliegen und gewährte laut seinem früheren Onlineshop bei ausgewählten Artikeln bis zu 120 Tage Probeschlafen. Probeliegen im Laden ist weiter bei Matratzen Concord möglich. Online bestellt gilt dort allerdings nur das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht. Die Rückgabe ist kostenlos, wenn Sie die Matratze selbst in eine Filiale bringen, eine Abholung kostet 25 €. Zu Hause testen lässt sich bei Emma und im BeCo-Shop 100 Nächte lang, Ravensberger und Bruno geben 30.
Die Tabelle fasst die Bestenliste zusammen. Eine breitere Auswahl ohne MFO-Bezug zeigt unser Matratzen-Test.
Reguläre Preise in 90x200 beim verlinkten Händler, Stand 6. Oktober 2026. Laufende Rabattaktionen sind nicht eingerechnet.