„Bei Breckle kaufen Sie heute Matratzen aus Weida über Versandhändler, und für Mängel haftet der Händler. Damit ist die Insolvenz des Werks für Ihren Kauf weniger riskant, als die Schlagzeilen vermuten lassen.“
Weida statt Northeim: von wem Ihre Breckle stammt
Unter dem Namen Breckle gab es lange zwei voneinander unabhängige Hersteller. Die Northeimer Breckle GmbH stellte im März 2024 Insolvenzantrag und hat im August 2024 den Betrieb eingestellt. Nach Recherchen von t-online verloren dabei rund 300 Beschäftigte ihre Arbeit. Was heute als Breckle-Matratze verkauft wird, kommt aus dem Breckle Matratzenwerk Weida in Thüringen, das in den Datenblättern der Otto Group als verantwortlicher Hersteller steht. Das gilt auch für Namen wie die 1000 Pur, die früher in Northeim gebaut wurden. Ältere Testergebnisse dieser Northeimer Ausführungen lassen sich deshalb nicht auf die heutige Matratze übertragen.
Was das Insolvenzverfahren für Ihren Kauf bedeutet
Für das Werk in Weida wurde am 1. August 2026 das Insolvenzverfahren eröffnet, zum Verwalter ist Rechtsanwalt Kai Dellit bestellt. Laut seiner Mitteilung vom September 2026 wird weiter produziert und geliefert, künftig mit rund 235 Beschäftigten. Er wird darin mit den Worten zitiert: „Der Geschäftsbetrieb läuft stabil, die Auftragslage hellt sich auf und das Interesse potenzieller Investoren ist hoch.“
Für Käufer zählt vor allem, wer bei einem Mangel einsteht. Die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren richtet sich gegen den Verkäufer und nicht gegen den Hersteller, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Wer bei OTTO kauft, reklamiert also bei OTTO. Ein Probeschlafen oder eine freiwillige Herstellergarantie bietet Breckle ohnehin nicht, die Rückgabe richtet sich nach den Bedingungen des Händlers.
Kern und Härtegrad entscheiden
Vier der sieben Modelle sind Taschenfederkernmatratzen. Sie unterscheiden sich vor allem in der Polsterung über den Federn, von 3 cm Kaltschaum bei der Flex Air über 6 cm Komfortschaum bei der 1000 Pur bis zu 7 cm Noppenschaum bei der Belvedere. Je dicker und weicher die Auflage, desto tiefer sinkt die Schulter ein und desto wärmer liegt man. Das Raumgewicht verrät etwas über die Haltbarkeit: 28 kg/m³ ist Einstiegsniveau, Kaltschaum mit 35 bis 38 kg/m³ oder Gelschaum mit 60 kg/m³ gilt als formstabiler und langlebiger.
Beim Härtegrad ist das Angebot enger, als die Produkttitel vermuten lassen. Nur die 1000 Pur gibt es in H4, Flex Air und Pro Body S 592 reichen bis H3. Belvedere, Gelschaum Komfort TFK, Memory Pur und Double Comfort gibt es nur in H2 für Personen bis 80 kg.
Maße und Lieferung
Bei den Breiten ist Breckle zurückhaltender als viele Direktanbieter. Flex Air und Pro Body S 592 gibt es als einzige auch breiter als 140 cm und in Überlänge 210 und 220 cm, die Memory Pur endet bei 100 cm Breite, die übrigen Modelle sind bis 140x200 gelistet. Für ein Doppelbett mit 160 oder 180 cm Breite liegen deshalb meist zwei Einzelmatratzen nebeneinander. Paaren mit unterschiedlichem Gewicht kommt das entgegen, weil jeder seinen eigenen Härtegrad wählt. Laut den Produktangaben bei OTTO und Quelle kommen die meisten Modelle gerollt im Karton und brauchen nach dem Auspacken rund 24 Stunden, bis sie ihre volle Höhe erreicht haben.
Wenn Ihnen Breckle zu unsicher ist
Die Emma-Matratzen kommen mit 100 Nächten Probeschlafen, die in Deutschland gefertigten Ravensberger-Modelle mit 30 Nächten, beide mit zehn Jahren Garantie. Einen markenübergreifenden Überblick gibt unser Matratzen-Test, und wer beim Federkern bleiben will, vergleicht die Flex Air im Taschenfederkernmatratzen-Test mit den Modellen anderer Hersteller.