„Ein Kissen, das ab Woche 30 den Bauch trägt, muss ein halbes Jahr später auch Milchflecken überstehen. Wer das beim Kauf mitdenkt, braucht nur eines.“
Stillkissen oder Seitenschläferkissen, wo liegt der Unterschied?
Technisch gibt es kaum einen. Beide sind lange, schlauchförmige Kissen mit loser Füllung, und die großen Hersteller verkaufen dasselbe Produkt unter beiden Namen. Der Unterschied liegt in der Form. Ein klassisches Stillkissen ist ein gleichmäßig dicker Schlauch von 170 bis 190 cm, den Sie in der Schwangerschaft vor den Bauch legen und nach der Geburt in Hufeisenform um die Taille. Ein Seitenschläferkissen im engeren Sinn hat eine Kontur, oft ein integriertes Kopfteil, und ist aufs Schlafen ausgelegt. Wer beides will, nimmt das Stillkissen. Wem nachts vor allem Kopf und Schulter wehtun, der ist mit einer Sieben- oder J-Form besser bedient. Die reinen Körperkissen ohne Stillfunktion stehen in unserem Seitenschläferkissen-Vergleich.
Die Länge entscheidet, nicht der Preis
Rechnen Sie mit Ihrer Körpergröße. Ein Kissen, das gleichzeitig unter dem Bauch und zwischen den Knien liegen soll, braucht etwa die Länge Ihres Oberkörpers plus Oberschenkel. Bis rund 1,70 m Körpergröße reichen 170 cm, darüber sind 190 cm die sichere Wahl. Zu kurz gekauft heißt, dass Sie nachts zwischen Bauchstütze und Knieabstand wählen müssen, und genau dieser Kompromiss weckt Sie um drei Uhr.
Bezahlt wird die Länge mit Platz. Ein 190er Perlenkissen mit 40 cm Durchmesser belegt in einem 140 cm breiten Bett fast ein Drittel der Fläche. Schlafen Sie zu zweit, ist ein schlankeres Modell mit rund 34 cm die friedlichere Lösung.
Perlen, Hohlfaser oder Dinkel
EPS-Mikroperlen sind der Standard und für die Schwangerschaft die beste Wahl. Sie fließen im Kissen, sodass sich die Stütze beim Drehen mitbewegt, und sie wiegen fast nichts. Ihr Nachteil ist das Geräusch, das je nach Inlettstoff von kaum hörbar bis deutlich reicht. Hohlfaser ist leiser und billiger, gibt aber unter dem Bauchgewicht schneller nach. Dinkelspelz stützt am festesten, wiegt ein Vielfaches und raschelt hörbar, was in einer Phase mit ohnehin unruhigem Schlaf selten hilft.
Achten Sie auf die Literangabe. 42 Liter sind bei den 190er Modellen üblich, deutlich weniger bedeutet ein weicheres und flacheres Kissen. Modelle mit Tunnelöffnung lassen sich nachfüllen, sodass Sie in der Schwangerschaft Füllung herausnehmen und zum Stillen wieder ergänzen können.
Waschen, und was nach der Stillzeit kommt
Der am häufigsten unterschätzte Punkt. Ein Bezug, der nur 40 Grad verträgt, bekommt eingetrocknete Milch nicht mehr sauber, und das Inlett wäscht ohnehin kaum jemand von Hand nach. Modelle, deren Bezug und Inlett bei 60 Grad in die Maschine dürfen, sind hier klar im Vorteil. Prüfen Sie außerdem, ob ein Ersatzbezug einzeln erhältlich ist; bei den großen Marken kostet er zwischen 20 € und 35 €.
Danach bleibt ein langes Perlenkissen als Lese- und Fernsehkissen nützlich, viele nutzen es weiter als Seitenschläferkissen. Zum normalen Schlafen brauchen Sie trotzdem wieder ein passendes Kopfkissen, in Seitenlage eines aus dem Vergleich für Seitenschläfer, zurück in Rückenlage eher eines aus dem Vergleich für Rückenschläfer. Wenn Ihnen im letzten Trimester vor allem Sodbrennen zu schaffen macht, hilft ein Keilkissen unter dem Oberkörper mehr als jedes Bauchkissen, die Modelle stehen im Keilkissen-Vergleich. Einen Überblick über alle Kissenarten gibt unser Kopfkissen-Vergleich.