„Wählen Sie die Bauart nach Ihrem Wärmeempfinden und den Härtegrad nach Ihrem Gewicht, denn diese beiden Entscheidungen prägen Ihre Nächte stärker als der Markenname auf dem Bezug.“
Kaltschaum, Federkern, Hybrid oder Latex
Die Bauart entscheidet, wie warm Sie liegen und wie punktgenau die Matratze nachgibt. Taschenfederkerne lüften am besten, weil zwischen den einzeln vernähten Federn Luft zirkuliert, und passen deshalb zu Menschen, die nachts schwitzen. Kaltschaum stützt punktelastisch, ist leicht und kommt meist gerollt, hält aber mehr Wärme im Kern. Achten Sie dort auf das Raumgewicht, denn dichterer Schaum behält seine Form in der Regel länger. Hybride wie die Emma Original legen Schaum über Federn und verbinden beides. Viscoschaum entlastet Druckpunkte am stärksten und macht das Umdrehen träger, Naturlatex ist elastisch und langlebig, aber schwer und teuer.
Jede Bauart vertiefen unsere Vergleiche zu Kaltschaummatratzen, Taschenfederkernmatratzen, Hybridmatratzen, Viscoschaum-Matratzen und Latexmatratzen.
Den Härtegrad richtig einordnen
Genormt ist der Härtegrad nicht, H3 kann bei einem Hersteller fester ausfallen als H4 beim nächsten. Die Stiftung Warentest misst die Härte deshalb selbst und schreibt in ihrem Matratzentest: „Übrigens: Der Härtegrad einer Matratze beeinflusst ihre Liegeeigenschaften nicht. Eine weiche Matratze kann der Wirbelsäule genauso gut Halt geben wie eine harte.“ Entscheidend ist, ob Schulter und Becken in Seitenlage einsinken und die Wirbelsäule dabei gerade bleibt. Als Vorauswahl taugt das Körpergewicht, H2 bis etwa 80 kg, H3 bis etwa 100 kg, H4 darüber.
Fester heißt dabei nicht rückenfreundlicher. In einer randomisierten Studie mit 313 Rückenschmerz-Patienten hatte die Gruppe auf mittelfesten Matratzen nach 90 Tagen weniger Schmerzen im Liegen und beim Aufstehen als die Gruppe auf festen Matratzen (Kovacs et al., The Lancet 2003). Liegen zwei Personen auf einer durchgehenden Matratze, richtet sich die Wahl nach der schwereren, oder Sie nehmen getrennte Kerne wie bei Bruno. Die Grenzen zwischen den Graden erklärt unser Härtegrad-Ratgeber, wer deutlich über 100 kg wiegt, findet passende Kerne im H5-Matratzen-Vergleich.
Probeschlafen, Widerruf und Garantie
Zehn Minuten im Laden sagen wenig über acht Stunden Schlaf, deshalb ist die Rückgabefrist der wichtigste Kaufschutz. Bei Onlinekäufen gilt immer das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen, und Matratzen sind laut Verbraucherzentrale keine Hygieneartikel (EuGH, Urteil vom 27.03.2019, C-681/17), Sie dürfen sie also auspacken und darauf liegen. Echtes Probeschlafen geht weiter. Slome gibt 120 Nächte, Emma und bett1 geben 100, allnatura 100 Tage, Ravensberger, Bruno und TEMPUR 30 Tage. Matratzen Concord bleibt beim gesetzlichen Widerruf und nimmt Matratzen nur ohne Gebrauchsspuren zurück, wer dort bestellt, sollte sich beim Härtegrad also sicher sein.
Zehn Jahre Garantie, wie sie Slome, Emma, Ravensberger, bett1, TEMPUR und Bruno geben, decken Materialfehler und eine Kuhle ab einem festgelegten Maß, kein nachlassendes Liegegefühl.
Unsere Auswahl im Überblick
Die richtige Größe
Die Matratze sollte etwa 15 cm länger sein als Sie groß sind, 200 cm reichen also bis rund 1,85 m, darüber helfen Sondergrößen nach Maß. In der Breite gelten 90 cm pro Person als komfortabel. 90x200 ist das deutsche Standardmaß fürs Einzelbett, 140x200 die gängige Größe für alle, die allein mehr Platz wollen, und im Doppelbett teilt sich der Markt zwischen 160x200, 180x200 und 200x200, dazu kommen Zwischenmaße wie 190x200 und für kurze Bettgestelle 90x190. Beworben wird fast immer die kleinste Größe. Die BeCo Maxima Plus kostet bei Matratzen Concord in 90x200 143 € und in 140x200 222 €.