„Bei 150x200 entscheidet vor allem das Rückgaberecht. Eine Maßanfertigung dürfen Sie nicht widerrufen, eine reguläre Kataloggröße schon, und deshalb sollten Sie den Bettrahmen doppelt messen, bevor Sie bestellen.“
Reguläre Größe schlägt Maßanfertigung
150x200 wird in Deutschland auf zwei Wegen verkauft. Entweder führt der Hersteller die Breite im laufenden Sortiment, dann gelten Widerrufsrecht und Probeschlafen genau wie bei 140x200. Oder die Matratze wird nach Ihren Angaben zugeschnitten, dann greift die Ausnahme in § 312g Absatz 2 Nummer 1 BGB und die Bestellung ist bindend. bett1 weist auf seiner eigenen Größenseite ausdrücklich darauf hin, dass viele Shops in dieser Breite auf Sonderanfertigungen ausweichen. Andere Zwischenmaße stehen vor demselben Problem, etwa 140x190 oder 80x190. Wie die drei Wege zur Sondergröße im Detail funktionieren, zeigt unser Vergleich der Matratzen nach Maß. Die nächstschmalere Zwischenbreite hat ebenfalls eine eigene Seite, den Vergleich der Matratzen in 130x200.
Der Lattenrost ist das eigentliche Problem
Lattenroste enden im Handel fast immer bei 140 Zentimetern Breite, darüber legt man zwei Roste nebeneinander. Bei 150 Zentimetern geht diese Rechnung nicht auf, weil Rostbreiten nur in geraden Zahlen angeboten werden. Zwei Roste in 75x200 wären die saubere Lösung, sie sind allerdings selbst ein Sondermaß. In der Praxis kombinieren viele einen 80x200er mit einem 70x200er, was funktioniert, solange der Bettrahmen keine Mittelstrebe genau in der Mitte hat. Klären Sie das, bevor die Matratze bestellt ist.
Aufbauhöhe und Härtegrad für 150 Zentimeter
Auf 150 Zentimetern schlafen meist zwei Personen mit je 75 Zentimetern, also fünf Zentimeter weniger als auf einer einzelnen Standardmatratze in 80x200. Der Kern muss deshalb punktelastisch genug sein, damit die schwerere Person die leichtere nicht in ihre Mulde zieht. Flache Sondermaß-Kerne mit 13 Zentimetern erfüllen das im Gästezimmer, im Hauptbett merken Sie den Unterschied zu 20 Zentimetern und mehr nach wenigen Wochen. Der Härtegrad richtet sich weiterhin nach dem Körpergewicht und nicht nach der Bettbreite, als grobe Linie gilt H2 bis etwa 80 kg, H3 bis rund 100 kg und H4 darüber. Welche Modelle im meistgekauften Härtegrad H3 überzeugen, steht in einem eigenen Vergleich. Liegen zwei sehr unterschiedlich schwere Personen im Bett, ist eine Wendematratze mit zwei Festigkeiten die bessere Wahl als ein Kompromiss in der Mitte.
Ein Kern oder zwei
Hersteller, die breite Matratzen fertigen, liefern ab 160 Zentimetern häufig zwei getrennte Kerne in einem gemeinsamen Bezug, damit sich das Paket überhaupt noch tragen lässt. 150x200 liegt knapp darunter und kommt bei Meisterschlaf wie bei AM Quality noch als ein durchgehender Kern. Das ist der stille Vorteil dieser Breite, denn eine Naht in der Mitte entfällt und mit ihr die Besucherritze. Allein tragen lässt sich so ein Stück trotzdem kaum.
Bettwäsche, Topper und Zubehör
Spannbettlaken in exakt 150x200 gibt es im deutschen Handel kaum, Jersey-Laken für 140x200 bis 160x200 sitzen dagegen problemlos. Achten Sie stattdessen auf die Steghöhe, denn bei 20 bis 22 Zentimetern Matratzenhöhe sollte das Laken mindestens 25 Zentimeter tief sein. Bettdecken bleiben davon unberührt, zwei Decken in 135x200 sind auf dieser Breite die übliche Lösung. Einen passenden Topper in 150x200 finden Sie ebenfalls nur bei Anbietern mit Sondergrößen-Programm.
Wenn 150 Zentimeter nicht zwingend sind
Steht das Bettgestell noch nicht fest, sparen Sie sich mit einer Standardbreite viel Sucherei. In 140x200 und 160x200 liegen Matratze, Lattenrost, Bettwäsche und Topper im Regal, und die Auswahl ist um ein Vielfaches größer. Einen Überblick über alle Bauarten und Preisklassen gibt unser großer Matratzen-Test.