„Im Babybett zählt eine feste, ebene Liegefläche mehr als jedes Komfortversprechen. Prüfen Sie vor dem Kauf auch den Bezug, denn spätestens im Kleinkindalter wandert er öfter in die Maschine, als Ihnen lieb ist.“
Babybett, Beistellbett oder Reisebett
60x120 ist das Standardmaß deutscher Babybetten, und die meisten Reisebetten liegen ebenfalls bei diesem Maß. Beistellbetten fallen kleiner aus, üblich sind dort Maße wie 40x90. Wer ein Beistellbett oder ein Bett mit ungewöhnlichem Innenmaß ausstattet, findet die passenden Formate unter Matratzen in Sondergrößen.
Fürs Reisebett brauchen Sie eine andere Matratze als fürs Kinderzimmer. Sie muss sich falten lassen und flach bleiben, damit das Bett noch zusammenklappt. Reisebettmatratzen liegen deshalb bei 3 bis 6 cm Höhe und sind als dauerhafte Liegefläche im Babybett zu dünn. Die faltbaren Modelle vergleichen wir gesondert im Reisebettmatratzen-Vergleich.
Wie fest die Matratze sein muss
Eine Babymatratze ist kein Komfortprodukt. Der Kopf darf nicht einsinken, weil sich ein Säugling aus einer Mulde nicht selbst befreien kann. Die Kindermatratzen-Norm DIN EN 16890 prüft die Härte deshalb mit einer Kugellast, die die Einsinktiefe misst, und die Stiftung Warentest testet mit einem ähnlichen Kugeltest. Hat eine Wendematratze eine Baby- und eine Kleinkindseite, gilt die Angabe des Herstellers, sofern er die Prüfung nach DIN EN 16890 nennt. Ohne diesen Nachweis raten wir im ersten Lebensjahr zur festeren Seite.
Die Härtegrade H2 oder H3 helfen bei dieser Entscheidung nicht weiter, sie sind auf 60 bis 100 kg Körpergewicht gerechnet und stammen aus der Welt der Erwachsenenmatratzen. Einzelne Anbieter verkaufen ihre 7-Zonen-Kaltschaummatratze trotzdem auch in 60x120, teils 16 cm hoch. Für ein Babybett ist das die falsche Konstruktion, weil Zonen, Höhe und Nachgiebigkeit für erwachsene Körper ausgelegt sind. Ein Siegel wie OEKO-TEX Standard 100 sagt etwas über Schadstoffe, über die Liegehärte dagegen nichts.
Höhe, Bezug und Trittkante
Die Babybettmatratzen in dieser Liste bauen zwischen 7 und 12 cm hoch. Nach oben setzt das Gitterbett die Grenze. Laut der Checkliste der Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) zur Norm EN 716 muss das Gitter in der untersten Stellung des Bettbodens mindestens 50 cm und in der obersten mindestens 20 cm über die Matratze hinausragen. Bettenhersteller geben deshalb eine Höchstdicke für die Matratze an, oft 10 cm, prüfen Sie diesen Wert vor der Bestellung.
Der Bezug sollte abnehmbar und bei 60 °C waschbar sein. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der Unterschied zwischen einer Matratze, die zwei Kinder übersteht, und einer, die nach dem ersten Magen-Darm-Infekt entsorgt wird. Ein Nässeschutz im mittleren Drittel hilft zusätzlich, ersetzt aber keine Waschmaschine.
Die Trittkante ist der verstärkte Rand, an dem sich ein Kind hochzieht. Pflicht ist sie nicht, sie verlängert aber die Lebensdauer, sobald das Kind im Bett steht und die Kante täglich belastet.
Wann sich 70x140 mehr lohnt
60x120 trägt ein Kind bis etwa 100 bis 105 cm Körperlänge, je nach Wachstum also bis ins dritte oder vierte Lebensjahr. Wer das Bett gleich größer kauft, spart den Zwischenschritt und vergleicht besser gleich die Matratzen in 70x140. Welche Bauarten fürs Babybett überhaupt infrage kommen, von Kaltschaum über Kokos bis zur Wendematratze, ordnet der Überblick zu Babymatratzen ein.