„Die Bauart des Kerns sagt mehr über das Liegegefühl als jede Federzahl auf dem Karton. Ein Bonellkern schwingt als ganze Fläche mit, Taschen- und Tonnentaschenfedern geben nur dort nach, wo Gewicht liegt.“
Bonell, Taschenfederkern oder Tonnentaschenfederkern
Alle drei heißen Federkern und federn doch unterschiedlich. Im Bonellkern sind die Sanduhrfedern mit Spiraldraht verbunden, die Liegefläche schwingt als Ganzes mit. Taschenfedern stecken einzeln in genähten Stofftaschen und geben nur dort nach, wo Gewicht liegt, weshalb Schulter und Becken unterschiedlich tief einsinken können. Tonnentaschenfedern sind in der Mitte bauchig, tragen bei gleichem Federweg mehr Gewicht und sitzen deshalb in den festen Härtegraden und in den meisten Boxspringbetten.
Die zylindrische Variante nehmen wir uns im Vergleich der Taschenfederkernmatratzen einzeln vor, die bauchige im Vergleich der Tonnentaschenfederkernmatratzen. Liegt über dem Kern eine dicke Schicht Gel- oder Viscoschaum, spricht der Handel von einer Hybridmatratze; diese Modelle stehen im Hybridmatratzen-Vergleich.
Wann ein Bonellfederkern reicht
Bonell ist die günstigste und die robusteste Bauweise, und sie hat ein klares Einsatzgebiet. Im Gästebett, das ein paar Nächte im Jahr belegt ist, spielt die fehlende Punktelastizität kaum eine Rolle, dafür bleibt der Kern luftig und übersteht Jahre im kalten Zimmer. Wer jede Nacht darauf schläft, merkt den Unterschied dagegen schnell. Die Fläche schwingt mit, bei zwei Personen überträgt sich jede Bewegung, und ab etwa 80 Kilogramm sinkt das Becken tiefer ein als die Schulter. Auch die Lebensdauer fällt kürzer aus, in unserem Ratgeber zur Lebensdauer stehen sechs bis acht Jahre für Bonell gegen acht bis zehn für Taschenfederkern. Und wer einen verstellbaren Lattenrost nutzt, prüft vor dem Kauf die Freigabe des Herstellers, denn der starre Federverbund macht Kopf- und Fußteilverstellung selten mit.
Härtegrad und Körpergewicht
Beim Federkern wiegt ein zu weicher Härtegrad schwerer als bei Schaum, weil der Kern unter dem Becken nachgibt und der Rücken in die Hängematte rutscht. Als grobe Orientierung gilt H2 bis etwa 60 kg, H3 zwischen 60 und 90 kg, H4 darüber, wobei Seitenschläfer eine Stufe weicher wählen dürfen. Die vollständige Einordnung samt Gewichtstabelle steht im Ratgeber zu den Härtegraden H1 bis H5, mittelfeste Modelle aller Bauarten sammelt der Vergleich der H3-Matratzen. Über 110 Kilogramm wird die Auswahl dünn, weil die wenigsten Hersteller ihre Federkerne in H5 anbieten; welche Modelle das schaffen, zeigt der H5-Vergleich.
Größe, Preis und Unterbau
Der Federkern ist die Bauart, bei der der Preis mit der Breite am deutlichsten steigt. Die IKEA VESTERÖY kostet in 90x200 139 € und in 140x200 199 €, bei der BMM Ortho Medic sind es ab 119,99 € gegen 189,99 €. Rechnen Sie also mit einem Aufschlag von rund 50 Prozent, wenn Sie vom Einzel- ins Standardbett gehen. Die beiden meistgesuchten Breiten haben eigene Bestenlisten: Matratze 120x200 und Matratze 140x200. Unter der Matratze zählt der Abstand zwischen den Leisten mehr als ihre Anzahl, vier bis fünf Zentimeter sollten es höchstens sein, sonst drücken sich die Zwischenräume in den Kern. Und planen Sie beim Wenden Hilfe ein, eine Federkernmatratze in 140x200 wiegt schnell über 25 Kilogramm. Für das Boxspringbett gelten eigene Regeln, die im Vergleich der Matratzen für Boxspringbetten stehen; alle Bauarten nebeneinander zeigt unser großer Matratzen-Vergleich, die schaumbasierte Alternative der Kaltschaum-Vergleich.